Klangsimulation am Auge Gottes

Spaziergang zu den potenziellen Standorten von Windrädern

Trotz des ungemütlichen Wetters machten sich rund 80 Bürger auf eine Wanderung, die zu potenziellen Windradstandorten führte.

RHEINBREITBACH. Mit optischen und akustischen Reizen wollten die Gegner von Windkraftanlagen am Asberg den Teilnehmern einer Wanderung am Wochenende verdeutlichen, was für Auswirkungen die Windräder haben könnten.

Eingeladen zu dem Spaziergang, an dem nach Angaben der Veranstalter rund 80 Bürger teilnahmen, hatten die beiden Bürgerinitiativen "Romantischer Rhein" und "Pro Naturpark Pur". Bereits von weitem war ein dumpfes Wummern zu hören. Mit jedem Schritt, der die Wandergruppe dem ersten Stopp am Auge Gottes näher brachte, nahm der Geräuschpegel deutlich zu. Dabei, so die Initiative, sei die Geräuschkulisse der Klangsimulation mit 95 Dezibel im Vergleich zu realen Windkrafträdern der geplanten Größe leise, diese erzeugten auf vollen Touren 105 Dezibel. "Wir wollen Ihnen mit der Klangsimulation lediglich einen Eindruck der zu erwartenden Lärmemissionen vermitteln, da bedarf es nicht der vollen Lautstärke", erklärte Michael Reinert von Pro Naturpark Pur.

Zudem hatten die Windkraftgegner mit rotem Flatterband eine Fläche abgesteckt, die aus ihrer Sicht für ein Windrad gerodet werden müsste - etwa von der Größe eines Fußballfeldes. Reinert wies auch darauf hin, dass der Landschaftsbildgutachter der Verbandsgemeinde Unkel im Juni 2014 die beiden besichtigten Standorte für Windräder noch ausgeschlossen habe. Zur gesamten Zone westlich des in südlicher Richtung fließenden Bachlaufs habe der Gutachter seinerzeit geschrieben: "Nach unserer fachlichen Einschätzung ist die Reduzierung der derzeitig vorgesehenen Konzentrationszone im Westen erforderlich, um eine klare Trennung vom Rheintal mit seinen Hängen zu gewährleisten."

Nachdem jedoch große Teile des geplanten Windparks wegen eines Großvogelvorkommens von einer Bebauung ausgeschlossen wurden, komme der Experte nun plötzlich zu anderen Schlüssen. "Der geplante Windpark würde, selbst auf fünf Anlagen reduziert, das Gebiet um den Asberg weitreichend beeinträchtigen", so daher das Fazit der Organisatoren.