"Bares für Rares"-Händler zu Gast So war der Besuch vom "80-Euro-Waldi" im Kasbachtal

Großer Andrang herrscht in der Alten Brauerei im Kasbachtal beim Schätztag mit den Protagonisten von „Bares für Rares“.

KASBACH. Der Schätztag mit Händlern aus „Bares für Rares“ in der alten Brauerei im Kasbachtal war so gut besucht, dass eine Neuauflage nicht ausgeschlossen ist.

In breitestem Eifeler Platt begrüßte Walter Lehnertz am Samstagvormittag die Gäste im Hof der Kasbach-Brauerei. Vorstellen musste sich der Antiquitätenhändler aus Kall den Menschen nicht, die in einer langen Schlange vor der alten Kelterei von Roman Runkel auf ihn warteten. Wie ein Popstar wurde das als „80-Euro-Waldi“ bekannte Mitglied der TV-Sendung „Bares für Rares“ sofort von seinen Fans umringt. Selfies mit „Waldi“, die waren der Hit.

Gemeinsam mit seinem jüngsten Fernseh-Händlerkollegen, Florian Kahl, und dem Galeristen Detlev Kümmel, einem der Antiquitäten-Experten der Horst-Lichter-Show, hatte er angeboten, im Kasbachtal Erb- oder auch Fundstücke aus Keller, Garage und Dachboden zu bewerten. „Waldi hat im vorigen Jahr hier unseren nostalgischen Weihnachtsmarkt besucht. Dabei bin ich mit ihm direkt ins Gespräch gekommen“, so Roman Runkel, Gastronom und Besitzer eines „Colonialladens“ voller Erinnerungsstücke aus den Zeiten der „Tante-Emma-Läden“. Und da Sammelleidenschaft ihn und „Waldi“ verbinde, habe ihm der Kulthändler aus der Eifel vorgeschlagen, in der Alten Brauerei einen Schätztag zu organisieren. Runkel: „Einen idealeren Ort kann ich mir für so eine Veranstaltung gar nicht vorstellen.“

Drei Experten sind voll im Einsatz

Da waren die drei Experten schon voll im Einsatz. Während Galerist Kümmel aus Brügge ein riesiges Porzellan-Füllhorn taxierte und Kahl sich intensiv Ringen aus Gold und Silber widmete, stand vor Lehnertz ein Schuhkarton voller Armband- und Taschenuhren. Damit nicht genug, hatten sich unter diesen doch noch unzählige Schächtelchen mit zierlich Halsketten und anderen Schmuckstücken versteckt. „Engelchen, du hörst ja gar nicht auf. Normalerweise begutachten wir höchstens drei Stücke pro Person. Da ist aber ein anständiger Obolus fällig“, verwies der „80-Euro-Waldi“ auf das dicke Sparschwein auf seinem Tisch. Das wartete wie seine Artgenossen bei Kümmel und Kahl auf Spenden, die der Kinderkrebshilfe und dem Förderkreis „Hospiz und Palliativ“ zugutekommen.

„Die ollen Bücher bekommst du nicht verkauft, aber der Fiffi hier – der jefällt mir“, schwärmte der Eifeler von einem anderen Stück. Kümmel hingegen raubte einem Vasenbesitzer alle Hoffnungen, vor Jahrzehnten einen echte Gallé für 3000 Mark erworben zu haben. „Ein Stück von so minderer Qualität hätte der bekannteste Vertreter des französischen Jugendstils als engagierter Kunsthandwerker nicht auf den Markt gelassen. Von zehn Gallé-Vasen sind neun nachgemacht, auch wenn Gallé draufsteht“, erklärte er dem enttäuschten Besucher des Schätztages.

Der war derart gut frequentiert, dass wahrscheinlich noch vor Weihnachten erneut ein Hauch von „Bares für Rares“ durch die Alte Brauerei im Kasbachtal wehen soll. Und wieder andere Fundstücke bewertet werden.

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