Bilanz zum Einsatz in Unkel

So gefährlich war der Zugbrand für die Feuerwehr

Großeinsatz: In der Nacht zum 7. Februar sind 160 Kräfte am Unglücksort zusammengezogen worden.

Großeinsatz: In der Nacht zum 7. Februar sind 160 Kräfte am Unglücksort zusammengezogen worden.

UNKEL. Es war eine Nacht, die bei seinen Leuten und in Unkel Spuren hinterlassen hat, wie Wehrleiter Ulrich Rechmann berichtet. Der Güterzugbrand Anfang Februar war ein äußerst gefährlicher Einsatz: "Wir haben noch mal Glück gehabt."

Die Bilanz von Wehrleiter Ulrich Rechmann stand auf der Tagesordnung der Verbandsgemeinderatssitzung – und sie rief den Politikern die Ereignisse Anfang Februar beim Brand eines Güterzugs am Unkeler Bahnhof in Erinnerung.

„Nach dem Brand im Seniorenheim Sankt Pantaleon vor gut einem Jahr habe ich gedacht, das wäre schon der Super-Gau gewesen“, so Rechmann. „Aber so etwas wie den Brand der drei Güterzugwaggons habe ich in meiner langjährigen Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr noch nie erlebt. Dieser Einsatz hat Spuren hinterlassen.“ Fotos vom Einsatz in der Nacht vom 6. auf den 7. Februar unterstrichen die Dramatik.

Um 23.16 Uhr war die Unkeler Feuerwehr am Donnerstag, 6. Februar, von der Leitstelle Montabaur alarmiert worden. „F 2 – Brennt Eisenbahnwaggon“ lautete die Ansage. Es handele sich um einen sogenannten Heißläufer, bei dem die qualmenden Bremsen gekühlt werden müssten. Nur sechs Minuten später rückte die Wehr aus, kam wegen der Schallschutzwände an der Siegburger Straße aber nicht an den Einsatzort heran.

Von der Bahnunterführung im Norden aus erkundete sie die Lage. Am Zug qualmte der vorletzte Waggon. Noch während der Notfallmanager der Bahn die Hochspannungsleitungen erdete, flammte das Feuer auf, das erst ab 0.16 Uhr gezielt gelöscht werden konnte.

Dennoch sprang das Feuer auf die nächsten Waggons über. Wie sich herausstellte, war der Zug mit Spraydosen beladen – wegen der Explosionsgefahr mussten sich die Wehrleute zurückziehen. Alle Löschzüge der VG, Kräfte aus Linz, Asbach, Bad Hönningen sowie die Bad Honnefer mit der großen Drehleiter wurden nachgeordert.

Spraydosen flogen wie Geschosse durch die Luft

Rund 160 Mann waren im Einsatz, als kurz vor 1 Uhr der Brand eskalierte: „Die Oberleitung kam runter, Spraydosen flogen wie Geschosse durch die Luft.“ Von der Drehleiter wurde von oben Schaum in die Waggons geleitet, zugleich löschten die Einheiten aus Erpel und Orsberg mit Wasser. Die Löschzüge Bruchhausen, Unkel und Rheinbreitbach waren mit Unterstützung der Tankfahrzeuge aus Vettelschoß und Rheinbrohl im Einsatz.

„Um 3.30 Uhr war der Brand endlich unter Kontrolle, gegen 8 Uhr das Feuer aus.“ 60 Anlieger habe man vorsichtshalber evakuiert, 25 Personen im Gemeindezentrum betreut. „Personell und materiell sind wir an unsere Grenzen gekommen“, konstatierte Rechmann. „Ohne die Drehleiter wären wir überhaupt nicht weitergekommen.“ Eine Bahnstrecke sei eben keine offene Straße, und der Zug habe ziemlich ungünstig gestanden.

Die Kooperation der Einsatzkräfte bis hin zur Verpflegung durch das Deutsche Rote Kreuz Bad Honnef sei bei dem professionellen Einsatz hervorragend gewesen, lobte Verbandsgemeindebürgermeister Karsten Fehr. Jeder Euro, der in den Brandschutz investiert worden sei, habe sich bezahlt gemacht. „Aber wir haben auch noch mal richtig Glück gehabt“, so sein Resümee.