Feuer am Altenheim Sankt Pantaleon

Senioren aus brennendem Altenheim in Unkel evakuiert

Unkel. Am Mittwochabend wurden die Bewohner des Altenheims Sankt Pantaleon in Unkel-Scheuren evakuiert. Das Dachgeschoss stand in Vollbrand.

Bei Tagesanbruch war das ganze Ausmaß des Schadens zu erkennen: Ein tiefes Loch klafft im Dachstuhl des Sankt Pantaleon Seniorenzentrums in Unkel-Scheuren. Verkohlte Balken zeugen von den Ereignissen einer Nacht, die Bewohner, Mitarbeiter und Rettungskräfte so schnell nicht vergessen werden. Gegen 21.15 Uhr war die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde (VG) Unkel alarmiert worden. Bei ihrem Eintreffen stand das Dachgeschoss des zweieinhalbgeschossigen Gebäudes komplett in Flammen. Der folgende Großeinsatz sollte bis zum nächsten Morgen dauern.

Die erlösende Nachricht: Alle 50 Senioren, die im brennenden Seitentrakt der Senioreneinrichtung selbst sowie in direkt angrenzenden Gebäudeteilen wohnen, konnten in Sicherheit gebracht werden. Vier Personen wurden jedoch mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Kliniken gebracht. Die Ermittlungen zu Brandursache und Schadenshöhe dauern derweil noch an.

Wie die Technische Einsatzleitung des Landkreises Neuwied mitteilte, waren 190 Kräfte im Einsatz, darunter 130 Feuerwehrleute. Alarmiert wurden die komplette Wehr der VG Unkel und die Kollegen aus Bad Honnef, die mit der Drehleiter und einem Löschfahrzeug zur Hilfe eilten. Auch aus Neustadt und vom Landkreis Neuwied wurden weitere Kräfte hinzugezogen. Flankiert wurden die Feuerwehrleute von 60 Mitgliedern der Rettungsdienst-Schnelleinsatzgruppen aus den Kreisen Neuwied und Rhein-Sieg.

Vordringlich war laut Unkels VG-Wehrleiter Ulrich Rechmann zunächst, alle Bewohner in Sicherheit zu bringen. Als die Feuerwehr eintraf, befanden sich noch einige Bewohner im Erdgeschoss des „Hauses Eibe“, aus dessen Dach die Flammen schlugen. Wegen der starken Rauchentwicklung arbeiteten die Wehrleute unter Atemschutz. Teils mit Rollstühlen wurden die Bewohner ins Freie gebracht und im entfernten Empfangsbereich des langgezogenen, zwei- bis zweieinhalbgeschossigen Gebäudekomplexes betreut.

Dank an die Helfer

Heribert Frieling, Sprecher des Heimbetreibers Marienhaus Holding GmbH, dankte am Donnerstag allen Beteiligten ausdrücklich für ihren Einsatz. Trotz der bedrohlichen Situation sei der Einsatz „ruhig, besonnen und perfekt koordiniert“ verlaufen, so Frieling an die Adresse von Rettungskräften und Mitarbeitern, die teils aus dem Feierabend zur Hilfe geeilt seien. Frieling zum GA: „Wir alle sind froh und dankbar, dass nicht Schlimmeres passiert ist. Wir hatten Glück im Unglück.“ Der Pflegebereich sei übrigens nicht betroffen gewesen.

Die 50 evakuierten Senioren konnten in der Nacht in anderen Seniorenheimen oder Krankenhäusern untergebracht werden; da der Trakt laut Frieling auf unbestimmte Zeit nicht bewohnbar sei, müsse deren Unterbringung nun aber für einen längeren Zeitraum geklärt werden. Denn ob und wann sie in das Haus zurückkehren können, war am Donnerstag vollkommen offen. Laut Frieling müssten zunächst Sachverständige und Architekten prüfen, wie stark das Gebäude in Mitleidenschaft gezogen ist. Auch zur Schadenshöhe vermochte er noch keine Angaben zu machen; Experten nähmen auch dazu unverzüglich Untersuchungen auf: „Das wird aber nicht von heute auf morgen zu klären sein.“

Oberer Teil des Hauses komplett zerstört

Offen war ebenso, wie es zu dem Brand hatte kommen können. Am Morgen nahmen Experten der Kriminalinspektion Neuwied ihre Ermittlungen auf. Fest steht derweil schon: Der obere Teil des „Hauses Eibe“ ist komplett zerstört. Schon beim Eintreffen der Feuerwehr war der dieser Teil des Traktes nicht mehr begehbar, weshalb die Wehrleute von außen gegen das Feuer vorgehen mussten. Zum Einsatz kamen dabei zeitweise vier Löschrohre gleichzeitig, unter anderem von der Drehleiter aus.

Um kurz vor Mitternacht vermeldete die Technische Einsatzleitung: Feuer unter Kontrolle. Die weiteren Löscharbeiten sowie die Nachlöscharbeiten dauerten aber bis Donnerstag an. Für die Wehrleute wurde es eine extrem kurze Nacht, denn ihr Einsatz endete erst gegen 5.30 Uhr, so Rechmann. Eine Brandsicherheitswache blieb zudem weiter vor Ort.