Weltraumroboter

Motocross-Halle Rheinbreitbach wird zur Planetenlandschaft

Wie die Oberfläche des Parcours in Rheinbreitbach aussehen wird, ist noch nicht klar. Es soll eine Mischung aus Mond und Mars werden. Mit dieser Animation wirbt die Raumfahrtbehörde. Animation: DLR

RHEINBREITBACH. Die Bilder gingen um die Welt: "Curiosity", der US-Forschungsroboter, landet auf dem Mars, rollt langsam umher, nimmt Proben - und findet Wasser. Eine Sensation. Der fremde Rote Planet, dieses geheimnisvolle Faszinosum, ist plötzlich nah, im Fernsehen, angekommen im eigenen Wohnzimmer. Und all das dank eines Roboters.

Wie seine Nachfolger funktionieren, ist bald bei einem in Deutschland einmaligen Wettbewerb in Rheinbreitbach zu sehen: Am 11. und 12. November treten zehn Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit ihren Weltraumrobotern gegeneinander an.

Um den sogenannten "SpaceBot Cup" realisieren zu können, verwandeln die Organisatoren der Deutschen Luft- und Raumfahrt (DLR) die Rheinbreitbacher Supercrosshalle in eine galaktische Planetenlandschaft.

Ob es nun die Oberfläche des Mondes oder doch eher des Mars' ist, die dort in Rheinbreitbach nachgebaut wird, können die beiden Projektleiter Thilo Kaupisch und Daniel Nölke vom DLR gar nicht genau sagen. "Eine Mischung aus beidem, mit Hügeln und einzelnen Felsbrocken", sagen sie.

Der vorwiegend feste Untergrund wird mit sandigem Granulat bedeckt, Geröllfelder sollen den Weg zu den Zielen verstellen. Auf 2000 Quadratmetern können sich die Veranstalter ausleben, um die besten Bedingungen für einen Wettbewerb zu ermöglichen, den es so in Deutschland noch nicht gegeben hat.

Die Aufgaben, die die Weltraumroboter und ihre Teams erledigen müssen, sind vielschichtig: Sie müssen drei definierte Objekte auffinden und identifizieren, diese zu einem Zielpunkt transportieren und sie am Ende montieren. Und all das so autonom wie möglich und in maximal einer Stunde.

Die Roboter dürfen nicht mehr als 100 Kilogramm wiegen. "Es geht hierbei nicht nur um die Raumfahrt. Wir wollen sehen, was die Systeme auch auf der Erde leisten können - wie etwa bei Katastrophenszenarien", sagt Daniel Nölke. Die Ideen der Konzepte sowie die Durchführung auf dem Parcours werden am Ende von einer unabhängigen Jury bewertet.

Es sei auch für die Organisatoren eine außergewöhnliche Herausforderung. Bundesweit haben sie sich nach Austragungsorten umgesehen - und sind in Rheinbreitbach fündig geworden.

Die perfekten Bedingungen seien das für den November, eine Halle, die zeitlich flexibel ist, die nahe des DLR-Standortes in Bonn-Oberkassel gelegen ist und in der vor allem schon viele Tonnen sandiger Untergrund liegen. "Sonst müssten wir 27 vollbeladene Lastwagen dort hinbeordern", sagt Thilo Kaupisch. Zudem würden sie drei der Motocross-Hügel beibehalten.

Schon eine Woche vor der Veranstaltung beginnt der Aufbau. Am Montag und Dienstag, 11. und 12. November (ab 10 Uhr), können dann Interessierte in die Halle kommen. Der Eintritt ist kostenlos. Dennoch wird um Anmeldung gebeten, um an den Austragungsorten lange Wartezeiten zu verhindern.

Beauftragt und finanziert wurde die Veranstaltung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Über die Höhe der Kosten wollten die Veranstalter noch keine Auskunft geben. Die Sieger werden durch eine Auszeichnung des Raumfahrtmanagements im DLR prämiert und können ihre Ergebnisse auf internationalen Fachmessen präsentieren. Zudem hält der Organisator einen Sonderpreis bereit.