Willy-Brandt-Forum

Minister Roger Lewentz stellt das Buch "111 magische Orte" vor

Ein magischer Ort im Siebengebirge: Die Nibelungenhalle am Drachenfels. ARCHIVFOTO: FRANK HOMANN

Ein magischer Ort im Siebengebirge: Die Nibelungenhalle am Drachenfels.

UNKEL. Heimatkundliches Werk, Reiseführer, Mythensammlung: Der zweite Band von "111 magische Orte im Rheinischen Westerwald" ist ein Werk, auf das alle genannten Begriffe zutreffen. In dem Buch werden 55 "magische Orte" der Region zwischen Rhein, Sieg und Wied vorgestellt, die historische Mythen oder den Mythos um historische Persönlichkeiten aufgreifen.

Darunter sind das Siebengebirgsmuseum in Königswinter mit seinen Artefakten zur Geschichte der Region und die Nibelungenhalle auf dem Drachenfels, die dem "Mythos Richard Wagner" nachspürt. Erwähnt wird auch der Gedenkstein zu Ehren des Honnefer Unternehmers Wilhelm Brassel in der Nähe der Bad Honnefer Servatiuskapelle - von seinem Sohn Peter Brassel aufgestellt zur Erinnerung an seinen Vater, der während einer dramatischen Entführung im Jahr 1982 starb.

Zur Vorstellung des druckfrischen Bands hatten der Autor, Hermann-Joseph Löhr, und Verleger Jürgen Mertens in das Willy-Brandt-Forum in Unkel geladen. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz stellte das Werk der Öffentlichkeit vor.

Verleger Mertens erklärte die Wahl des Ortes: So ist das erste Kapitel dem Forum - bei der Buchpräsentation vertreten durch Vorsitzenden Christoph Charlier - und der Person Willy Brandt gewidmet. Der "zum Mythos erhobene Genosse", wie in besagtem Kapitel der "Pfälzische Merkur" zitiert wird, und die ihm gewidmete Stiftung durften in dem Buch über regionale Besonderheiten nicht fehlen. Außerdem sei es eines der Hauptanliegen des Autors, "den Ehrenamtlichen in den vielen (Heimat-)Museen eine Chance zu geben, sich wiederzufinden".

Minister Lewentz sprach von dem Buch als die "Übersetzung eines Heimatgefühls". Es beinhalte "Liebenswertes und Warmherziges" und biete einen "Blick hinter die Kulissen einzelner Ereignisse und Regionen". Im Zeitalter der Globalisierung, so Lewentz, sei es ein umso nobleres Unterfangen, sich der Heimatkunde zu widmen.

Löhr stellte sein Buch mit einem Kapitel zu dem Mann vor, der den ersten Band zu "111 Magische Orte" im Dezember vergangenen Jahres präsentiert hatte: General Ulrich Wegener. Der Windhagener ist Initiator und Gründungskommandeur der Grenzschutzgruppe 9 - besser bekannt als "GSG 9". Unter Wegeners Leitung absolvierte die Elitetruppe Trainingseinheiten im Gelände des Pfaffenbachtals zwischen Windhagen und Asbach. Das Pfaffenbachtal gehört zu den 55 Orten in den Buch, mit denen bewegende oder auch unterhaltsame Geschichten zusammenhängen.

Die erzählt Löhr in seinem Werk. So erfährt man von der Bäckerjungen-Sage aus dem Jahr 1474: Demnach sollen die Linzer "schuld" am Bienenstich-Rezept sein. Löhr hilft dem Leser, seine Heimat aus einem neuen Blickwinkel zu sehen, und motiviert zum Besuch der vorgestellten Orte. Ob die Linzer Martinskirche oder das Heimatmuseum Rheinbreitbach, kaum ein Winkel bleibt unentdeckt. Nie ist das Reiseziel jedoch so fern, dass dem Besucher Heimweh drohen könnte.

Das als Führer durch die Region angelegte Buch ist im Buchhandel erhältlich (Verlag Media World).