Investition in die Sicherheit

Linz bekommt zwei hauptamtliche Feuerwehrleute

Ein Ehrenamt mit Verantwortung: In Linz ist hauptamtliche Unterstützung für die Freiwillige Feuerwehr geplant.

Ein Ehrenamt mit Verantwortung: In Linz ist hauptamtliche Unterstützung für die Freiwillige Feuerwehr geplant.

LINZ. Der Rat der Verbandsgemeinde Linz geht in Sachen Feuerwehr neue Wege: Um sicherzustellen, dass die Alarmsicherheit auch tagsüber sichergestellt ist, sollen in Kooperation mit den Nachbarn in Bad Hönningen zwei hauptamtliche Mitarbeiter eingestellt werden.

Als erste Verbandsgemeinde im Kreis Neuwied stellt die VG Linz zwei hauptamtliche Feuerwehrleute ein – vor allem zur Sicherstellung der Personalstärke bei Tageseinsätzen. Unisono folgten die Mandatsträger auf ihrer jüngsten Sitzung der Empfehlung des Hauptausschusses, die beiden festen Stellen in den Nachtragshaushalt aufzunehmen. Die Kommunalaufsicht hatte zuvor in Abstimmung mit dem Referat für Brand- und Katastrophenschutz ihre Zustimmung signalisiert für diese Investition in die Sicherheit der Bürger.

„Wir reagieren damit auf gesellschaftliche Veränderungen, die bei der Freiwilligen Feuerwehr zu strukturellen Problemen geführt haben“, wies Verbandsbürgermeister Hans-Günter Fischer auf die Schwierigkeit hin, die Tagesalarmsicherheit zu gewährleisten. Von Arbeitnehmern werde immer größere Mobilität verlangt, sodass entsprechend auch für etliche Mitglieder der Wehr der Weg von der Arbeitsstätte zu ihren Feuerwehrhäusern zu lange werde, um diese zeitnah zu erreichen.

„Es geht nicht darum Berufsfeuerwehrleute einzustellen, sondern zwei Leute mit handwerklicher Berufsausbildung, die etwa Atemschutzgeräte warten können und die natürlich auch in der Lage sein müssen, Einsatzfahrzeuge zu fahren“, so Fischer. Außerdem sollen sie zeitversetzt im Einsatz sein, sodass die Linzer Einsatzzentrale „Am Schoppbüchel“ permanent von 6 bis 18 Uhr mit einer Person besetzt ist.

Einsatz in Linz und Bad Hönningen

Zuständig sind die beiden jedoch nicht nur für die VG Linz. In einem Kooperationsprojekt stehen sie auch der VG Bad Hönningen zur Verfügung, die ein Drittel der Kosten übernimmt. „Mit Thomas Nelles, Mitglied der Bonner Berufsfeuerwehr, verfügen wir über einen überaus kompetenten Wehrleiter, der auch eine genaue Stellenbeschreibung erstellt hat“, ergänzte der VG-Chef. Indem die beiden Stellen in den Nachtragshaushalt aufgenommen würden, sei sichergestellt, dass sie zum 1. Januar 2019 auch besetzt werden könnten.

Noch größer ist die Kooperation der VG Linz als Mitglied der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Leader-Region Rhein-Wied“, deren Entscheidungsgremium Anfang August das Projekt „Jugendmacht“ zur Förderung ausgewählt hat. „Der Name ist vieldeutig. Er beinhaltet einerseits die Aufforderung an die Jugendlichen der Verbandsgemeinden Bad Hönningen, Linz, Unkel und Waldbreitbach, sich in der Region politisch zu betätigen. Andererseits wird ihnen auch Entscheidungsbefugnis zuerkannt“, erklärte Fischer.

Da die LAG über keine eigenen Rechtsmittel verfügt, obliegt die Geschäftsführung der VG Linz, die laut einstimmigen Ratsbeschluss für das Projekt überplanmäßige Aufwendungen in Höhe von gut 54.500 Euro in den Haushalt einstellte. Je 15.000 Euro wurden bereits für 2018 und 2019 eingestellt. Insgesamt kostet das Projekt knapp 70.000 Euro, gefördert wird es mit mehr als 52.000 Euro. Die verbleibende Summe wird auf die vier Kommunen als Projektumlage verteilt.