Sommerferien in Unkel

Kinder starten mit Zirkusprojekt in die Ferien

Unkel. Bereits zum fünften Mal macht das Zirkustheater "StandArt" in Unkel Station. 58 Kinder üben sich bei dem Projekt der Trinitatis-Kirchengemeinde eine Woche lang im Jonglieren und als Clowns und zeigen ihr Können in einer Vorstellung.

"Nehmen Sie eine bequeme Haltung ein und stellen Sie sich darauf ein, zu entspannen." Dieser Aufforderung von "Zirkusdirektor" Tobias Kirstgen konnten nicht alle Zuschauer direkt nachkommen, zumindest nicht die Eltern und Großeltern der kleinen Nachwuchs-Artisten. Zu gespannt waren sie, was ihre Kinder und Enkel beim Ferien-Zirkusprojekt der Trinitatis-Kirchengemeinde Linz-Unkel-Bad Hönningen um Jugendreferent Hermann Lorenz Thiebes in einer Woche so alles gelernt hatten. Zum Abschluss der Woche zeigten die kleinen Nachwuchs-Artisten auf dem Gelände des ehemaligen Freibades in Unkel dem Publikum ihr Können in der Manege.

Abiturientin organisiert das Projekt

Nach einer Pause im Vorjahr war es das fünfte Mal, dass das Zirkustheater "StandArt" in Unkel Station machte. Die "Zirkushistorie" geht allerdings schon auf die Jahre 2007 und 2008 zurück. Volker Sittler, Jugendreferent der evangelischen Trinitatis-Gemeinde, hatte 2007 ein Zirkus-Projekt angeboten. Die Premiere war auf eine derartig positive Resonanz gestoßen, dass es vom damaligen Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Hardo Hüttemann 2008 wiederholt worden war.

In diesem Jahr habe vor allem Emma Kessel, die trotz ihres Abiturs im Frühjahr bis hin zur Suche von Sponsoren alles organisiert habe, das Projekt ermöglicht. Kirstgen: "Vor ihrem Einsatz kann man nur den Hut ziehen." Die Ferienfreizeit für insgesamt 58 teilnehmende Kinder wäre sonst nie zustande gekommen, lobte auch Thiebes das Engagement der jungen Unkelerin.

"Manege frei" im Freibad

Dank ihres Einsatzes hieß es am Freitag also "Manege frei" zunächst für junge Jongleure, deren Teller sich auf dünnen Stäben drehten. Andere Kinder ließen vier bis fünf Hula-Hoop-Reifen nicht nur um die Taille, sondern auch um Arme und Kniegelenke kreisen. Als Meister des Diabolos verschaffte sodann Zirkusdirektor Kirstgen den jungen Artisten eine kleine Verschnaufpause, bevor sieben Seiltänzer – wenn auch an der Hand von Emmas Zwillingsschwester Louise – über ein schmales Gummiband balancierten, dabei aber immerhin mit der anderen Hand Tücher schwenkten oder Teller jonglierten.

"Was machen Clowns im Büro?", fragte Müller. Und hatte gleich die Antwort parat: "Faxen." Und genau dafür heimsten die kleinen Spaßmacher aus Unkel einen Riesenapplaus ein. Schließlich dürfen Clowns in keinem Zirkus fehlen. Dagegen wurde die Geschicklichkeit der Ball- und Tuchjongleure fast schon andächtig bestaunt, bevor auch noch Einrad-Fahrer durch die Manege rasten.

Für ihre Fähigkeit, senkrecht über dem einen Rad sitzend und freihändig ihr Sportgerät allein durch Balancieren im Gleichgewicht zu halten, gab es den ebenso verdienten Beifall wie für alle Teilnehmer dieser ganz besonderen Sommerferienwoche.