Ausstellung von Bettina Gruber in Vettelschoß

Künstlerin zielt auf Empfindungen

Foto im Foto: Bettina Gruber mit dem Muschelchor im Studio von Michael Royen.

Foto im Foto: Bettina Gruber mit dem Muschelchor im Studio von Michael Royen.

VETTELSCHOSS. Die Künstlerin Bettina Gruber zeigt noch bis Ende Juli Fotografien und Videos im Studio von Michael Royen. Die Arbeiten sind im Erdgeschoss der alten Schule von Vettelschoß zu sehen.

„Gespinster“ sind in das Erdgeschoss der alten Schule von Vettelschoß in das Studio von Michael Royen eingezogen. Bei dem Kölner ist die gebürtige Mindenerin Bettina Gruber mit ihren Fotografien und Videos zu Gast. „Ihre Arbeiten schaffen es, uns aufzuhalten, sie eröffnen uns eine andere Perspektive, alles bisher Sichere ist es nicht länger“, stellte Royen die in Köln lebende Künstlerin vor.

„Vorsicht Irrlichter“ warnt ein Schild an dem kleinen Waldsee, der auf einer Fotografie in dem engen Flur zu sehen ist. An dessen Ende schwebt ein Gespenst in langem weißen Gewand. An anderer Stelle sieht man einen Scottish Deerhound, der ein Rotweinglas ansieht, das vor ihm auf dem Tisch steht. „Ich nehme ja keine realen Landschaften oder Interieurs auf, sondern mache inszenierte Fotos, in denen ich alles zusammengebaut habe“, sagt die Künstlerin.

So wie in der Fotografie mit dem Eichelhäher, aus dessen Schnabel ein viel zu großes Seepferdchen hängt. Gegenüber hat die Künstlerin einen alten Tisch aufgebaut, der unter der Last der sich auf ihm türmenden Bücherstapeln zusammenzubrechen droht. Auf diesen thronen sieben kleine, geschlossene Silberschalen in Form von Muscheln. Auf dem dazu platzierten Foto sind sie jedoch weit geöffnet, denn die Dirigentin hat mit Taktstock und erhobener Hand gerade das Zeichen zum Beginn einer musikalischen Darbietung ihres Muschelchors gegeben.

„Bettina Gruber zielt auf die Fähigkeit des Betrachters, gerührt zu sein. Die dafür erforderliche Empfindungsfähigkeit heißt Gemüt“, so Royen während der Eröffnung. Und der dem Vermögen des Gemüts entspringende Reflex sei die Betroffenheit. Berührt wird der Besucher der Ausstellung so etwa von den bewegten Bildern auf den drei Monitoren, die Tag, Dämmerung und Nacht zeigen.

Im Wechsel nach jeweils einer Minute zeigen die Videos in der kleinen Kammer hinter dem großen Ausstellungsraum unterschiedliche Stimmungen und Gemütsverfassungen. „Indem Gruber die Fähigkeit des Gerührtseins anspricht, gelingt es ihr, betroffen zu machen“, so der Galerist.

Die Arbeiten von Bettina Gruber sind im „Studio Michael Royen“ noch bis Donnerstag, 28. Juli, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter der Rufnummer 0221/132744 oder per E-Mail an m.royen@michael-royen.de zu sehen.