Installation "Netzschwimmer"

Künstlerin Nina Joanna Bergold präsentiert "whale songs" in Linz

Vernissage zum Thema Walgesang

Vernissage zum Thema Walgesang

Linz. Im Ausstellungsraum Markt 9 in Linz fesselt Nina Joanna Bergold besonders mit ihrer Installation "Netzschwimmer" die Betrachter. Der Kunstverein Linz rund um Vorsitzenden Norbert Boden hat die Künstlerin und Medizinerin eingeladen, ihre Arbeiten zum Thema "whale songs" zu präsentieren.

Vor allem mit ihrer zehn Meter langen, raumgreifenden Installation "Netzschwimmer" aus dem Vorjahr fesselt Nina Joanna Bergold zunächst die Besucher im Ausstellungsraum Markt 9 der Bunten Stadt am Rhein. Dorthin eingeladen hat der Kunstverein Linz um den Vorsitzenden Norbert Boden die Ludwigsburger Künstlerin, ihre Arbeiten zum Thema "whale songs" (Walgesang) zu präsentieren. "Schon während meines Medizinstudiums habe ich mich mit dem Körper auseinandergesetzt, und für den steht der Wal", erklärt die Ärztin. Nach ihrer Promotion hatte sich Bergold 2009 an der Akademie für Bildende Künste Stuttgart eingeschrieben, an der sie nach Lehraufträgen im Fach Kunst an der PH Ludwigsburg, der TU Dortmund und an der PH Ludwigsburg inzwischen Meisterschülerin von Susanne Windelen ist.

"Ursprünglich habe ich mit Linolschnitten gearbeitet, bis die Formate für einen Druck zu groß wurden. Ausgangsmaterial ist jetzt schwarze Teichfolie. Auf deren Hinterseite zeichne ich in einem ersten Schritt die Bildmotive auf und schneide diese dann mit einem Cutter aus", sagt die Künstlerin. So entstehen scharf umrissene Flächen wie beim Werk "fishbone", über das hinweg die "kleine Schauklerin" beim "whale watching" ins Auge gefasst wird. Bei den "Netzschwimmern" wiederum werden die Figuren umgeben, ja geradezu eingefangen von filigranen Linien. Anders als bei Bildern auf Papier sind die Linien und Flächen direkt dem Betrachter und der Umgebung ausgeliefert, sodass der Raum und das "Dahinter" Teil des Kunstwerks werden.

Einzelne Teile dieser großen Installation finden sich wieder in den kleinteiligen "whale songs"-Arbeiten dieses Jahres, die der Ausstellung den Namen geben. "Once, she sang about an octopus with only four feet", beginnt dieser zwölfteilige Zyklus an der südlichen Längswand des Raums, um mit der Aussage zu enden: "There's always some message, they say!".

Die Botschaft der Künstlerin: "Im Wasser können wir die Lebendigkeit des Wals, als ein Wesen wie wir es sind, sehen und fühlen. An Land geschwemmt und vermessen, wird er zur toten Masse, die Figur wird zur Folie", sagt Bergold. Auch der Mensch sei fest verbunden mit seiner Umwelt. Wenn er seine Lebensräume bis zur Unkenntlichkeit verändert, wird auch er sich verändern, warnt die Künstlerin die Besucher.

Die Arbeiten von Nina Joanna Bergold zum Thema "whale songs" (Walgesang) sind bis Samstag, 22. Juni, beim Kunstverein Linz, Marktplatz 9, freitags von 16 bis 18 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr zu sehen.