Treffen in Rheinbreitbach

Imkerverein Linz-Unkel feiert Weltbienentag

RHEINBREITBACH. Mitglieder des Imkervereins Linz-Unkel haben sich in Rheinbreitbach anlässlich des Weltbienentags getroffen. Wilhelm Brenner ist neuer Ehrenvorsitzender.

Anlässlich des ersten Weltbienentags hatte der Imkerverein Linz-Unkel Mitglieder und Gäste, darunter den Vorsitzenden des Kreisimkerverbands Neuwied, Uwe Hüngsberg, nach Rheinbreitbach auf die Wiese an der Heerstraße eingeladen. „Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai zum Feiertag für Biene Maja erklärt“, sagte der Vorsitzende Heinrich Richarz. Ziel sei es, das Bewusstsein der Menschen über die wichtige Rolle der Insekten und ihre stark schwindenden Bestände zu schärfen.

Der Ortsverband der Imker nutzte die Gelegenheit aber auch, um seinem langjährigen Vorsitzenden Wilhelm Brenner die Urkunde zum Ehrenvorsitzenden zu überreichen. „Schon 1890 ist der Imkerverein Linz/Rhein gegründet worden. Aus dieser Zeit jedoch ist nichts Gesichertes über das Vereinsleben bekannt, ebenso wenig wie über den Unkeler Imkerverein“, sagte Richarz.

Population hat sich verringert

Aus dem seit 1950 von dem langjährigen Kassenwart Matthias Bungart geführten Kassenbuch gehe jedoch hervor, dass im Jahr 1972 der Zusammenschluss der beiden Vereine beschlossen worden sei. „Zum neuen Vorsitzenden wurde Anton Schulte, der damalige Vorsitzende des Unkeler Imkervereins, gewählt“, so Richarz. Nur zwei Jahre später habe dann Brenner den Vorsitz übernommen, den er 36 Jahre inne hatte. Gemeinsam mit Hüngsberg und der Schriftführerin des Verein, Marina Radcke, überreichte Richarz dem neuen Ehrenvorsitzenden seine Urkunde.

Umschwirrt von etlichen fleißigen Insekten der Bienenvölker des Vereins, die auf der Suche nach Nektar aus ihren Magazinkästen ausschwärmten, informierte Hüngsberg die Gäste über die Ergebnisse einer groß angelegten wissenschaftlichen Studie aus dem Jahr 2017. Ein Ergebnis: Die Zahl der nützlichen Fluginsekten hat sich in den vergangenen 30 Jahren um 75 Prozent verringert. „Die Studie ergab zugleich, dass neben der Varroamilbe auch giftige Pflanzenschutzmittel ein wichtiger Faktor beim Rückgang der Bienenpopulation sind“, ergänzte Richarz.

Verlust von Orientierung und Gedächtnis

Einen großen Anteil habe nach Ansicht der Wissenschaftler und Umweltschützer aber auch die industrielle Landwirtschaft mit ihren großen Acker- und Weideflächen, die den Bienen so Lebensraum und Nahrungsquellen nehme. Die drei schlimmsten Pestizide, die bienenschädlichen Neonicotinoide Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid, hatte die EU am 21. April mit einer dreimonatigen Übergangsfrist verboten. „Schon kleinste Dosen dieser giftigen Pflanzenschutzmittel führen bei Bienen zum Verlust von Orientierung und Gedächtnis,“, sagte der Vorsitzende. Außerdem wirkten sie sich negativ auf die Nervensysteme von Insekten sowie auf ihr Gewicht und ihre Fortpflanzungsorgane aus.

Glücklicherweise habe das EU-Gericht in Luxemburg eine Klage zweier Chemiekonzern abgelehnt, sodass diese Mittel weiterhin nur mit großen Einschränkungen und nur noch in Treibhäusern eingesetzt werden dürfen, ergänzte Hüngsberg, bevor sich die Imker mit ihrem neuen Ehrenvorsitzenden dem gemütlichen Teil ihres Treffens widmeten.