Diskussionen um ehemaliges Freibad-Areal

Ideensammlung für den Unkeler Bürgerpark

Aus der Vogelperspektive gesehen: Das ehemalige Unkeler Freibad soll ein Bürgerpark werden.

Aus der Vogelperspektive gesehen: Das ehemalige Unkeler Freibad soll ein Bürgerpark werden.

UNKEL. Die attraktive Gestaltung eines Bürgerparks auf dem Gelände des ehemaligen Unkeler Freibades neben dem BHAG-Sportplatz war das Hauptthema der gemeinsamen Einwohnerversammlung von Stadt und Verbandsgemeinde Anfang der Woche in der Sporthalle „Am Sonnenberg“.

Zuvor hatte ein Ortstermin stattgefunden. „Nach der Rückübertragung von der Verbandsgemeinde an die Stadt kann das Freibadgelände nun ganz im Sinne des Unkeler Ehrenbürgers Fritz Henkel wieder mit Leben erfüllt werden“, so Stadtbürgermeister Gerhard Hausen. Henkel habe das 22.000 Quadratmeter große Gelände seinen Mitbürgern vor mehr als 100 Jahren geschenkt, so Hausen.

Gefragt seien neue Ideen, die von einer Arbeitsgruppe gesammelt und auf Realisierung und Finanzierbarkeit hin überprüft werden sollten, bevor sie dem Stadtrat vorgelegt werden. Die Moderation dieses Prozesses übernimmt Stadtmitarbeiter Thomas Herschbach.

„In den 14 Jahren meiner Amtszeit habe ich noch nie eine so gut besuchte Einwohnerversammlung erlebt“, so Hausen. Gut 100 Bürger zeigten Interesse, wie es mit dem Gelände weitergehen soll, nachdem 2018 ein von der VG-CDU präferierter Verkauf verhindert worden war. Die Rückübertragung an die Stadt habe man nicht zuletzt dem Engagement von VG-Bürgermeister Karsten Fehr zu verdanken, so Hausen.

Als Eigentümerin sei die Stadt nun angehalten, für Verkehrssicherheit auf dem Gelände zu sorgen, dessen Unterhaltung mit rund 20.000 Euro pro Jahr zu Buche schlage. Ein Zugang werde nur Schulen und Kindergärten kostenlos gewährt, Vereinen gegen einen Beitrag.

Kooperation mit Unkeler Schulen und Kindergärten

Zachary Gallant stellte sodann die Arbeit des Vereins „Gemeinsam für Vielfalt“ vor, den er mit Detlev Cosler, dem Koordinator von „Ehrenamt im Seelsorgebereich der VG Unkel“, sowie mit Riad Alhamad, Aynur Ergin, Sina Jousefnejad, Sibylle Meyer, Klaus Riekenbrauck und Anja Rihm vor gut drei Jahren ins Leben gerufen hatte.

„Wir betreiben seitdem in den Räumen des ehemaligen Freibades eine integrative Fahrradwerkstatt, die nicht nur zur Beseitigung von Vorurteilen beiträgt, sondern auch zur Erhöhung der wirtschaftlichen Chancen Benachteiligter sowie zur Bekämpfung von Radikalismus sowohl unter Flüchtlingen wie auch innerhalb der deutschen Gesellschaft“, berichtete er. In diesem Sinne kooperiere der Verein auch mit den Unkeler Schulen und dem städtischen Kindergarten.

Mit seinem Projekt eines integrativen, interkulturellen Begegnungsraums habe sich der Verein um den deutschen Integrationspreis 2019 der Hertie-Stiftung beworben, die den überzeugendsten und innovationsstärksten Projekten insgesamt Preisgelder in Höhe von 200 000 Euro zur Verfügung stellt. „Neben Bewerbungen aus Berlin, Hamburg, Dresden und Köln ist auch unser Projekt in die engere Wahl gekommen und damit Unkel als Willkommens-Kulturstadt am Rhein nominiert worden“, so Gallant.

Der Verein habe zwar die Initialzündung für das Projekt Bürger-Begegnungspark gegeben. Exklusivrechte würden ihm jedoch nicht eingeräumt, so Fehr. Ziel sei es, dass sich viele Bürger und Gruppen einbrächten. „Dann aber sollte gewährleistet sein, das mit ihrer Arbeit auch respektvoll umgegangen wird“, mahnte Ulrike Richarz. Schließlich dürfe das Engagement der Bürger nicht wieder von Politikern „zerrieben“ werden, erinnerte ihre Schwester Katja Lorenzini an das Scheitern des Fördervereins Freibad.

Dessen Konzept sei trotz eines verbrieften Bürgschaftskapitals von 725.000 Euro vor allem an den Stimmen der CDU-Fraktion im VG-Rat nach sechsjährigen intensiven Bemühungen gescheitert, so der Erste Beigeordnete Wolfgang Plöger. Mit einem solchen „desillusionierenden Sperrfeuer“ sei nun vonseiten des Stadtrats wohl nicht zu rechnen, erklärte er mit Hinweis auf die anstehenden Kommunalwahlen.

Der Bürgerverein zumindest habe beschlossen, so Dieter Wallek, für bestimmte Projekte des Bürgerparks 5000 Euro zur Verfügung zu stellen. „Kommen wir bis Ende dieses Jahres so weit, dass die Konzepte der Arbeitsgruppe, dem Stadtrat vorgestellt und dann 2020 einer Prioritätenliste folgend in 2020 umgesetzt werden können“, so Hausen abschließend.

Wer sich während der Einwohnerversammlung noch nicht für die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe gemeldet hat, kann dies bei Thomas Herschbach unter 02224/3309 nachholen. Herschbach terminiert dann ein erstes Treffen der Gruppe.