Tötungsdelikt in Sankt Augustin

Fußballer richten Benefizturnier für tote 17-Jährige aus

Vor der kommunalen Unterkunft wurden Blumen und Kerzen aufgestellt.

Vor der kommunalen Unterkunft wurden Blumen und Kerzen aufgestellt.

Unkel. Am Sonntag bestreiten vier Fußballvereine aus Unkel, Rheinbreitbach und Erpel ein Benefizturnier in Rheinbreitbach. Die Sportler wollen damit die Familie der 17-Jährigen unterstützen, die in Sankt Augustin getötet wurde.

Vier Fußballvereine aus Unkel, Rheinbreitbach und Erpel bestreiten am Sonntag, 9. Dezember, ein Benefizturnier auf dem Sportplatz in Rheinbreitbach an der Westerwaldstraße. Nach dem gewaltsamen Tod eines 17-jährigen Mädchens, das aus Unkel stammt, haben sich die Sportler des FV Rot-Weiss Erpel 1919 e.V., des SV Ataspor Unkel, des FC Unkel 1980 e.V. und des SV Rot-Weiß Rheinbreitbach zusammengetan, um mit dem Fußball-Blitzturnier die Familie des Opfers zu unterstützen.

„Für Hass, Separatismus und Schubladendenken ist keine Zeit“, heißt es auf der Internetseite des SV Rot-Weiß Rheinbreitbach. „Es ist Zeit, noch ein Stück näher zusammenzurücken, die Hände einander zu geben und zusammenzuhalten. Deswegen die Initiative der Vereine.“ Alle an diesem Tag eingenommenen Erträge sollen der Familie des Mädchens zugute kommen. Das Turnier beginnt um 14 Uhr.

Abgesagt hat der Kontaktkreis Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Unkel die für 7. Dezember geplante Nikolausfeier im Pfarrheim St. Pantheon. „Die Menschen in der VG Unkel sind geschockt und in Trauer angesichts des Mordes an einem jungen Mädchen aus Unkel – auch unsere Geflüchteten“, heißt es in einer Mitteilung des Kontaktkreises. Das Koordinationsteam sei angesprochen worden von einigen, die „in diesen bedrückenden Tagen nicht gerne mit ihren Kindern Nikolaus feiern möchten. Wir teilen ihre Ansicht und verschieben die Feier bis auf weiteres.“

Die Leiche der 17-Jährigen war am Sonntagabend in einer städtischen Unterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose in Sankt Augustin gefunden worden. Als tatverdächtig gilt ein 19-Jähriger mit deutscher und kenianischer Staatsangehörigkeit, der nach Angaben der Stadt dort als Obdachloser untergebracht war. Der Mann soll seit frühester Kindheit in Deutschland leben. Die Staatsanwaltschaft machte bislang keine Angaben zu Details, wie die 17-Jährige ums Leben kam. Eine Waffe soll nicht im Spiel gewesen sein.