Hausberg in Rheinbreitbach

Freier Blick auf das Koppel-Kreuz

RHEINBREITBACH. Erstmals seit vielen Jahren ist die Sicht auf das Koppel-Kreuz wieder frei. Eine bis zu 30 Meter breite Schneise wurde dazu am Hausberg in Rheinbreitbach freigeschnitten.

Mit Zustimmung der Grundstückseigentümer hat ein Rheinbreitbacher Baumdienst im Südwesten der Koppel eine zunächst 30 Meter breite, sich dann nach oben auf rund zehn Meter verjüngende Sichtachse freigeschnitten. So kann man jetzt vom Parkplatz nördlich des Mühlsteins am Breitbach aus erstmals nach langen Jahren wieder das Koppelkreuz und von diesem unten im Dorf die Pfarrkirche sehen. Ins Leben gerufen hatte die Aktion die Initiative „Rheinbreitbach 2030 – Ein Dorf geht in die Zukunft“.

Eine Spezialmaschine mit Raupenantrieb hatte sich den Berg hochbewegt und nach der Rodung das dünnere Schnittmaterial direkt geschreddert. Dabei waren die acht Arbeiter in dem abgesteckten Bereich nicht nur auf alte Weinbergsmauern gestoßen.

Auch ein aus der Wand gerissener Zigarettenautomat war in grauer Vorzeit von Dieben im Koppel-Gebüsch versteckt worden. „Ich kann mich noch erinnern, wie in meiner Kindheit auf dem Koppel Wein gelesen wurde“, so Projektleiter Alexander Düren. Es habe ihn schon längere Zeit gestört, dass das große Koppelkreuz im zunehmenden Wildwuchs auf dem Hügel zu versinken drohte, hob der Koordinator der Rodungsaktion hervor. 1844 hatten die Breitbacher Junggesellen auf dem Dorfberg ein schweres, aus Kelterbäumen von alten Waagekeltern hergestelltes, über sechs Meter hohes Kreuz errichtet, das nach einem Buschbrand 1890 am 5. Juni 1891 durch ein zehn Meter hohes, eisernes Kreuz ersetzt worden war.

Nachdem 1956 alle Weinstöcke auf dem Koppel bei Nachtfrösten von unter 20 Grad erfroren waren, machte sich sukzessiv Wildwuchs auf dem Hausberg des Ortes breit.

„Die Resonanz im Dorf auf den nun freien Blick auf das Koppelkreuz ist durchweg positiv. Allerdings beklagen einige Bürger, dass man dadurch auch die Graffiti an der Umfassungsmauer sehen könne“, berichtete Initiativemitglied Thomas Napp.

Da der Spendenaufruf für die Rodung sehr erfolgreich gewesen sei, plane Projektleiter Düren, eine weitere Schneise schlagen zu lassen. Damit müsse man aber bis etwa Anfang Oktober warten, da es nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten ist, ab dem Monat März außerhalb des Waldes Bäume, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden oder bis auf den Wurzelstock zurückzuschneiden.