Erpeler Brückenköpfe werden ab 2015 saniert

Erhaltung des Denkmals soll 1,4 Millionen Euro kosten

Im August überbrachte Innenstaatssekretär Günter Kern (5. v. r.) die Nachricht, dass Mainz sich an der Sanierung beteiligt. ARCHIVFOTO: HOMANN

Im August überbrachte Innenstaatssekretär Günter Kern (5. v. r.) die Nachricht, dass Mainz sich an der Sanierung beteiligt.

ERPEL. Der Bund beteiligt sich mit 125.000 Euro. Ein schwieriges Erbe der Ortsgemeinde Erpel kommt wohl im Frühjahr 2015 zu seiner dringend notwendigen Ertüchtigung: die Brückenköpfe der Ludendorff-Brücke, die als Brücke von Remagen zu internationaler Bekanntheit gekommen ist.

Die Zusagen für die komplette Finanzierung liegen zwar noch nicht alle vor, "die Sanierung wird aber im kommenden Jahr zunächst mit den Außenarbeiten beginnen", sagte Erpels Bürgermeisterin Cilly Adenauer jetzt dem General-Anzeiger.

Eigentlich sollte es schon diesen Herbst losgehen mit den Reparaturen am undichten Dach, aber das dafür notwendige Gerüst zur Straßenseite hin hätte in den kalten Wintermonaten nur Geld gekostet, ohne dass die Handwerker hätten arbeiten können.

Nun überbrachte der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel die Nachricht, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages dem Förderungsvorschlag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters gefolgt ist. Damit wird der Bund zunächst 125.000 Euro aus dem Denkmalschutzsonderprogramm V zur Sanierung der maroden Brückenköpfe zuschießen.

Gemeinsam mit den zugesagten 836.000 Euro aus dem Investitionsstock der rheinland-pfälzischen Landesregierung liegen also 961.000 Euro definitiv bereit für die Gesamtmaßnahme. Sie wird laut einer Begutachtung der Türme allerdings rund 1,4 Millionen Euro kosten. Cilly Adenauer hofft auf weitere beantragte Gelder aus den Töpfen des rheinland-pfälzischen Kulturhaushaltes für die Landesdenkmalpflege: "Es läuft aber darauf hinaus, dass sich die Kommune an der Erhaltung dieses historischen Monuments finanziell beteiligen muss."

Die Kalkulation geht bislang von einem zehnprozentigen Anteil aus. Im August hatte Innenstaatssekretär Günter Kern bei einem Ortsbesuch auf die Dringlichkeit der Sanierung hingewiesen. Die Fassade bröckelte schon teilweise ab, so dass man in Mainz den Eindruck bekam, in Zukunft könnte der Zustand der Brücke den unmittelbar benachbarten Bahnverkehr beeinträchtigen. Der Fußgängerweg an der B42 ist aus diesem Grund vorläufig gesperrt worden.

Die Sicherung des Reliktes steht auch für die Erpeler Bürgermeisterin im Fokus. Eine direkte Gefahr gehe aber nicht vom zwischen Bahntrasse und Bundesstraße gelegenen Denkmal aus, so Adenauer. Der Landrat des Kreises Neuwied, Rainer Kaul, der sich in Mainz sehr für das Projekt eingesetzt hat, begrüßte das Voranschreiten: "Im Interesse der Gemeinde freut es mich, dass die Sanierungsmaßnahme auf Kurs liegt."

Die Köpfe der Ludendorff-Brücke sind ein Relikt, das an den Zweiten Weltkrieg erinnert. Im März 1945 brach die Eisenbahnbrücke, die im Ersten Weltkrieg aus strategischen Gründen errichtet wurde, in sich zusammen. Zuvor hatte die deutsche Wehrmacht sie angesichts des Vormarschs der Alliierten vergeblich zu sprengen versucht. Die amerikanischen Truppen konnten dort erstmals auf die rechte Rheinseite übersetzen. Der Kunst- und Kulturkreis "ad erpelle" erinnert an die Geschichte dieser Brücke regelmäßig mit Theateraufführungen und Ausstellungen in den Brückentürmen.

Die Gemeinde hat das Überbleibsel seinerzeit der Bahn für eine symbolische D-Mark abgekauft und sich damit selbst in die Pflicht genommen für anstehende Sanierungen. Mit dem ehemaligen Besitzer hat man es nun wieder zu tun, denn die Arbeiten auf der Rückseite der Türme müssen in Absprache mit der DB erfolgen. "Die Trasse muss währenddessen gesperrt werden", sagte Cilly Adenauer.

Die Terminierung für diesen Eingriff steht schon. 2016 plant die Bahn ihrerseits die Sanierung in dem Gleisabschnitt, beide Arbeiten sollen parallel laufen. Auf die zugfahrenden Bürger kommen in dieser Zeit Einschränkungen zu.