Ausstellung in Unkel

Ein Rathaus voller Kunst

Verschönern das Rathaus (v.l.): Karsten Fehr, Malte Sonnenfeld und Jochen Seidel.

Verschönern das Rathaus (v.l.): Karsten Fehr, Malte Sonnenfeld und Jochen Seidel.

UNKEL. Vom Dienstleistungszentrum zur Kunstgalerie: Diese Wandlung macht zurzeit das Rathaus der Verbandsgemeinde (VG) Unkel durch – dank des Projekts „Kunstflur“.

Aktuell werden in einer großen Werkschau im Unkeler Rathaus auf allen vier Etagen vom Tiefgeschoss bis unters Dach 40 Arbeiten des Kölner Künstlers Malte Sonnenfeld alias Michael Koslar gezeigt. VG-Bürgermeister Karsten Fehr hat mit Koslar und der „Kulturwerkstatt“von Hans Joachim „Jochen“ Seidel die Muse ins Unkeler Verwaltungsgebäude geholt. Anlass war die Eröffnung des Rathauses vor 25 Jahren.

Die Bilder des Neo Pop-Art-Künstlers Malte Sonnenfeld seien bei den Mitarbeitern der Verwaltung auf helle Begeisterung gestoßen, versicherte Fehr. Der Künstler, der seit einem knappen Jahr sein Atelier im Haus am Pütz hat, zeigt er bis Anfang September Arbeiten aus den zurückliegenden fünf Jahren.

Neben kleinformatigen Bildern im Treppenhaus sind großformatige in den Etagenfluren zu sehen, etwa aus seiner Serie „icon &8stills“. So sieht sich der Rathausbesucher nicht nur dem Künstler in seinem Selbstporträt gegenüber, sondern trifft auch auf Thomas Mann und die Sängerin Daliah Lavi.

Vorzüge gegenüber Museen nutzen

Seidel hob die Vorzüge gegenüber Ausstellungen in Museen hervor: „Hier haben die Leute auf jeden Fall keine Schwellenangst und erleben Kunst ganz direkt.“ Allerdings geben die Bilder und ihre Titel dem Betrachter ausreichend Spielraum für Interpretationen, etwa „Drei Oktaven und eine Stufenpyramide“ mit dem Inka-Kola-Hinweis auf Peru.

Mit einem scheinbar unendlichen Kosmos aus Zeichen und Versatzstücken erscheinen die comicartigen, farbenfrohen Arbeiten von Malte Sonnenfeld eher wie Bilderrätsel. Der Künstler führt dem Betrachter mit seinen Kombinationen aus Ikonen aus Kultur und Politik und Motiven und Symbolen der modernen Konsum- und Warenwelt seine ironisch-bissigen Interpretationen vor Augen.

Eindeutig bezieht der Künstler politisch Stellung, wenn er in „more wisdom please“ eine geballte Faust vor seine Interpretation von Umberto Ecos Roman „Das Foucaultsche Pendel“ stellt oder wenn er warnt: „Als Fritz sich kurz umdrehte, war schon wieder schwarz/rot/weiß aktuell“.

Auch Führungen im Angebot

Zu sehen sind die Kunstwerke von Malte Sonnenfeld im Rathaus, Linzer Straße 4, montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Führungen sind auf Anfrage möglich. Anmeldungen unter 02224/4777 oder in der Kulturwerkstatt, Pützgasse 2. Nach der Veranstaltung „Kunst in Unkeler Höfen“ am 31. August/1. September werden Arbeiten eines anderen Künstlers im Rathaus gezeigt. Mehr Infos unter www.maltesonnenfeld.de und www.unkeler-hoefe.de.