Zukunft des alten Schwimmbades

Die Stadt Unkel will das Freibad kostenlos zurück

Seit vielen Jahren ungenutzt: Das Freibad wurde 2006 geschlossen. Seitdem wird immer wieder über eine Nutzung diskutiert.

Seit vielen Jahren ungenutzt: Das Freibad wurde 2006 geschlossen. Seitdem wird immer wieder über eine Nutzung diskutiert.

UNKEL. Seit Jahren sind die Schwimmbecken leer. Fast ebenso lange wird ergebnislos über die Nutzung des Geländes diskutiert, das seit den 70er Jahren der Verbandsgemeinde gehört. Nun fordert die Stadt Unkel das Freibad zurück. Doch es gibt einen Kaufinteressenten.

Die Stadt Unkel will das Freibadgelände zurückhaben – kostenlos. Mit diesem Ansinnen soll Bürgermeister Gerhard Hausen auf die Verbandsgemeinde (VG) als derzeitige Eigentümerin zugehen. Das empfahl der Hauptausschuss dem Stadtrat. Er folgte damit der Vorlage der Verwaltung. Diese legte den Hintergrund ihres Vorschlags dar: Bis Ende 1974 gehörte das Freibadgelände an der B 42 samt dem großen Parkplatz am Sportplatz der Stadt Unkel. Als aufgrund gesetzlicher Regelungen das Freibad Anfang 1975 als zentrale Sport-, Spiel- und Freizeitanlage von der Stadt auf die VG überging, wurde auch das Eigentum an dem Gelände an die VG übertragen.

Bürger sollen das Gelände nutzen können

„Da das Freibad seit 2006 geschlossen und damit der Grund für die Übertragung weggefallen ist, möchten wir das Gelände nunmehr von der VG kostenlos zurückbekommen“, so Hausen. Das wurde von allen Mitgliedern des Gremiums unterstützt, da das Gelände nun schon seit zwölf Jahren nicht mehr als Sportstätte genutzt wird. „Wir möchten uns die Möglichkeit sichern, das Gelände für unsere Bürger zu nutzen. Außerdem brauchen wir den Parkplatz nicht zuletzt für Veranstaltungen auf unserem Sportplatz“, erklärte Hausen.

Rund 20 000 Euro müsse die VG jährlich für die Unterhaltung des Geländes ausgeben, berichtete der CDU-Fraktionsvorsitzende Alfons Mußhoff. Zu viel, um es brachliegen zu lassen. Er monierte das Fehlen eines Nutzungskonzepts, das nun kurzfristig erarbeitet werden müsse. „Wir unterstützen zwar den Antrag, glauben aber nicht, dass wir damit im VG-Rat Erfolg haben werden, zumal ein Kaufangebot vorliegt“, erklärte der Christdemokrat. Angesichts der Bedeutung des Parkplatzes beauftrage seine Fraktion den Bürgermeister, in Verhandlungen zumindest sicherzustellen, dass dieser weiter öffentlich genutzt werden könne, so Mußhoff.

Investor bietet fünf Euro pro Quadratmeter

„Eine überaus traurige Geschichte, ja ein Desaster“ nannte sein SPD-Kollege Bernd Meyer den „Freibad-Abgesang“. Das Gelände sei als so wertlos bezeichnet worden, dass es nicht als Sicherheit akzeptiert worden sei. „Da muss sich unser VG-Chef mächtig geirrt haben angesichts des vorliegenden Kaufangebots. Wenn es tatsächlich zum Verkauf kommen sollte, würde die ganze Geschichte höchst unanständig“, so Meyer.

Mittlerweile steht offenbar auch fest, was das Freibadgelände dem potenziellen Investor wert ist. Auf Anfrage des Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat, Stefan Schmitz, erklärte Verbandsgemeindebürgermeister Karsten Fehr, es seien fünf Euro pro Quadratmeter geboten worden. Damit steht für das rund 25 700 Quadratmeter große Freibadgelände ein Kaufpreis von 128 570 Euro im Raum.