Willy-Brandt-Forum in Unkel

Die 20 000. Besucherin

Strahlen um die Wette: (v.l.) Rudolf Rupperath und Rudolf Barth mit Gerlinde und Willi Bündgen. FOTO: HOMANN

Strahlen um die Wette: (v.l.) Rudolf Rupperath und Rudolf Barth mit Gerlinde und Willi Bündgen.

UNKEL. "Ich hatte in der Zeitung von dem Willy-Brandt-Forum in Unkel gelesen und vergangenen Sonntag kam ich mit einer Besuchergruppe hierher. Ich war die letzte, die hereintrat" - Gerlinde Bündgen war nicht nur die Letzte ihrer Gruppe, sondern auch die 20 000. Besucherin, die durch die Tore des Willy-Brandt-Forums lief.

An der Eingangstüre führen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Forums akribisch eine Liste. Jeden Tag schreiben sie per Hand in ein kleines Büchlein, wie viele Besucher hereintreten. Am Ende des Tages wird die Zahl der Gesamtbesucher seit Eröffnung des Museums aktualisiert. Durch Zufall, Glück oder Schicksal wurde also Bündgen zum Aushängeschild der 20.000-Besucher-Marke. Das Team um Geschäftsführer Rudolf Rupperath setzte es sich persönlich zum Ziel, die Dame aus Koblenz ausfindig zu machen. "Plötzlich habe ich einen Anruf vom Forum bekommen und man fragte mich, ob ich Gerlinde Bündgen sei.

Dann hieß es, ich solle doch noch mal vorbeikommen, mich erwarte eine Überraschung", erzählte Bündgen. Als ihr Ehemann und sie erneut zum Unkeler Willy-Brandt-Platz reisten, offenbarten Rupperath und der stellvertretende Vorsitzende, Rudolf Barth, dem Ehepaar Bündgen ihren besonderen Stellenwert für die Stiftung. "Wir haben im Jahr 2011 komplett bei null angefangen. Mit ihnen nun die 20.000. Besucherin zu ehren, ist etwas ganz besonderes für uns", sagte Rupperath, als er Bündgen einen Strauß - selbstverständlich strahlend roter - Rosen überreichte. Des weiteren gab es die Neuerscheinung des Historikers und ältesten Sohnes Willy Brandts, Peter Brandt, "Mit anderen Augen" - inklusive persönlicher Widmung des Autors.

Auch hätte sich das Schicksal wohl keine passendere Person als Gerlinde Bündgen aussuchen können. "Durch Willy Brandt, durch seine Friedenspolitik und durch seine Öffnung gen Osten habe ich mich 1976 entschieden, der SPD beizutreten. Damals, als 31-jährige Frau, war ich schon begeistert von Brandt. Und daran hat sich bis heute nichts geändert", so Bündgen. Ihr Ehemann ergänzt, was seine bescheidene Gemahlin weglässt: Für ihre sozialen Dienste, unter anderem mit der Arbeiterwohlfahrt Koblenz-Gülz, wurde Gerlinde Bündgen bereits mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Ehrenamtliches Engagement und Begeisterung für die Person Willy Brandt - eine passendere Jubilarin hätten sich Rupperath und Co. kaum wünschen können. Und so ließen sie es sich nicht nehmen, das Ehepaar noch in das Café nebenan einzuladen. Neben Kaffee und Tee gibt es dort bekanntlich auch Willy-Brandt-Torte.