Seit dem Start im März ist der Service immer beliebter geworden

Der Bürgerbus ist ein Renner

Von Freiwilligen getragen: Ob Disponieren, Telefondienst oder Chauffieren, das Bürgerbus-Projekt lebt vom Ehrenamt.

Von Freiwilligen getragen: Ob Disponieren, Telefondienst oder Chauffieren, das Bürgerbus-Projekt lebt vom Ehrenamt.

UNKEL. Jetzt werden mehr ehrenamtliche Fahrer gebraucht. Zehn Fahrer und sieben Telefonisten und Disponenten sind seit März gut beschäftigt:

Sie halten den ehrenamtlichen Bürgerbus in der Verbandsgemeinde (VG) Unkel am Laufen. Er verbessert seit einem halben Jahr die Mobilität besonders von älteren und behinderten Menschen - und ist viel gefragt.

330 Fahrten mit 407 Personen wurden in den sechs Monaten durchgeführt, in der Anlaufphase in den ersten drei Monaten waren es 130 Fahrten mit 167 Fahrgästen. Allein im August wurden 81 Fahrten mit 99 Personen gebucht.

Das Projekt habe sich "sehr gut etabliert", resümierte Jörg Harperath, Büroleiter bei der VG. Der Bürgerbus werde überaus gut angenommen.  Eingerichtet hat das kostenlose Angebot die VG zusammen mit dem Senioren- und Behindertenbeirat um Dieter Borgolte.

Es lebt vom ehrenamtlichen Engagement und von der Unterstützung lokaler Projektpartner wie dem Bluhm-Fonds. "Die durch den Bürgerbus seit Ende März entstandene Mobilität ist Teil der Daseinsvorsorge und der Lebensqualität der Bürger", so Harperath.

Wie die Statistik zeigt, wird das Angebot für Fahrten zum Arzt (86) oder zum Einkaufen (52) am häufigsten genutzt, aber auch, um zur Bank, zu Veranstaltungen oder zu Freunden zu kommen.

Und es komme eine nicht zu unterschätzende soziale Komponente hinzu, so Harperath, der eine Begebenheit erzählte: Als ein Bürgerbus-Fahrer eine ältere Dame versehentlich eine Stunde zu früh zum Arztbesuch abholen wollte und sie nicht antraf, fuhr er zur Praxis, um sich nach ihr zu erkundigen.

Dort klärte sich der Irrtum auf, den der Fahrer später der Dame gestand. "Schön zu wissen, dass sich jemand noch Sorgen um mich macht", habe die Frau erwidert.

Wegen der starken Nachfrage nach dem Bürgerbus hoffen die Ehrenamtlichen nun auf Verstärkung - vor allem Fahrer werden gebraucht. Bisher habe man höchstens zwei telefonische Terminanfragen pro Monat abschlägig bescheiden müssen, so Holger Diedenhofen, der das Busteam mit Jürgen Schubert vervollständigt.

Es bestehe die Gefahr, dass dies zunehme. Fahrer des achtsitzigen Bürgerbusses brauchen keinen besonderen Führerschein oder Personenbeförderungsschein. Eine sogenannte G 25, eine ärztliche Bescheinigung der körperlichen Fitness für diesen Job, reicht laut Schubert aus.

Fahrer sind dienstags und donnerstags in zwei Schichten von 8 bis 13 Uhr und von 13 bis 18 Uhr im Einsatz sowie mittwochs und freitags nachmittags zu den Öffnungszeiten der Tafel Linz. Meistfrequentierter Tag mit 190 Fahrten ist bisher der Donnerstag gegenüber 92 Fahrten am Dienstag und 48 Fahrten am Mittwoch und Freitag. (khd)