Windpark Asberg

Chancen für Windpark schwinden weiter

UNKEL. Die Chancen für einen Windpark Asberg schwinden weiter: Der Verbandsgemeinde Unkel liegen nun sämtliche Gutachten vor. Demnach bleiben zwar zwei schmale Streifen im Westen der Prüffläche auf Rheinbreitbacher und Unkeler Ortsgebiet übrig, auf denen die Errichtung von Windrädern möglich wäre.

Den westlichen Teil unterhalb des Auges Gottes hatte allerdings ein altes Landschaftsgutachten als äußerst bedenklich eingestuft.

Deshalb sagte Verbandsbürgermeister Karsten Fehr gestern, dass er persönlich die Ausweisung einer Konzentrationsfläche westlich des Detzelbachtals bereits aufgrund der vorliegenden Landschaftsbildbewertung als nicht sinnvoll ansehe. Sollte der Verbandsgemeinderat dieser Empfehlung folgen, wäre der Bau von noch höchstens drei Windrädern möglich und es stellte sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit.

Ursprünglich hatte die Energieversorgung Mittelrhein (EVM) mit 17, zehn oder sieben Windrädern geplant. Fehr betonte, "dass die Mitglieder des Verbandsgemeinderates nicht alleine auf Basis der Gutachtenergebnisse entscheiden werden, ob und wo in der VG Unkel geeignete Flächen zur Windkraftnutzung zur Verfügung stehen".

Während die Analyse zu Brutvögeln bereits im Dezember vergangenen Jahres vorlag und die Prüffläche auf dem Asberg erheblich einschränkte, haben die Gutachten zu Populationen von Gelbbauchunken und Fledermäusen keine weiteren Einschränkungen gebracht. Das beauftragte Meckenheimer Unternehmen Ginster stellt ihre Lebensräume nur in dem Bereich fest, der ohnehin für Windräder ausgeschieden war.

Karsten Fehr kündigte an, er wolle die Diskussion, ob ein Windpark kommen solle oder nicht, mit "größter Transparenz" weiterführen. Die Bürger erhalten bei einer Informationsveranstaltung die Möglichkeit, Fragen zu den Gutachten zu stellen (siehe Kasten). Die Verwaltung wolle in den folgenden Monaten eine Sitzungsvorlage mit einer Beschlussvorlage für die Verbandsgemeinderatsmitglieder vorbereiten, so Fehr. Der Rat sei in seiner Entscheidung völlig frei, sagte der Bürgermeister und habe keine Bringschuld; die Untersuchungen bezahlt in Gänze die EVM. Diese hatte angekündigt, die bis Ende Januar durchgeführten Windmessungen am Asberg bis März ausgewertet zu haben.

Der mögliche Aufbau eines Windparks auf dem Asberg wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Es gibt erheblichen Widerstand in der Bürgerschaft, aber auch Befürworter. Die Windräder sollten einerseits ein Beitrag für die Energiewende sein und andererseits Geld in die Kassen der Orte spülen. Zu diesem Zweck hatten die Ortsgemeinden Rheinbreitbach, Unkel, Erpel, Bruchhausen und die Verbandsgemeinde Verträge miteinander geschlossen.

Bürgerinformation

Alle Gutachten zum Thema Windpark am Asberg können auf der Internetseite der Verbandsgemeinde eingesehen werden. Bei einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, 5. März, ab 19 Uhr im Unkeler Vorteil Center erläutern die Sachverständigen die Ergebnisse ihrer Untersuchungen. Ob und wo gebaut wird, erörtert der Verbandsgemeinderat bei einer öffentlichen Sitzung. Wann und wo, wird laut Fehr bekannt gemacht. www.vgvunkel.de