Kommentar zur Ausstellung in Kretzhaus

Chance für Little Britain

Sammler britischer Skurrilitäten: Gary Blackburn mit dem Mini von Mr. Bean.

Sammler britischer Skurrilitäten: Gary Blackburn mit dem Mini von Mr. Bean.

Kretzhaus. Herrlich skurril findet GA-Redakteur Hansjürgen Melzer die Ausstellung im Garten von Gary Blackburn - und erhaltenswert. Er sieht Ansatzpunkte, das Problem der fehlenden Baugenehmigung aus der Welt zu schaffen.

Die öffentlichen Reaktionen auf die amtliche Verfügung, dass Little Britain bis August zu verschwindet hat, sind im Kreis Neuwied offensichtlich nicht ungehört geblieben. Dass Landrat Achim Hallerbach jetzt eingreift, ist sicher auch eine Antwort auf die vielen Kommentare und die Online-Petition, die in wenigen Tagen mehr als 1000 Unterstützer gefunden hat.

Der Landrat selbst ist dabei in Erklärungsnot. Schließlich hat seine Behörde die Verfügung ausgesprochen, dass die Ausstellung sofort zu entfernen ist. Auch wenn dies nur die Umsetzung dessen ist, was der Erpeler Ortsgemeinderat zuvor beschlossen hatte: keinen Bebauungsplan aufzustellen und keinen nachträglichen Rechtsrahmen für die Ausstellung zu schaffen.

Planungshoheit in Bauangelegenheiten hat die Gemeinde. Bei der Entscheidung des Ortsgemeinderates ist zu berücksichtigen, dass Gary Blackburn für seine Ausstellung, vor allem für die Hütte und den Panzer, von Anfang an eine Baugenehmigung und einen Bebauungsplan gebraucht hätte.

Das mag kleinlich klingen, gilt aber für jeden Grundstückseigentümer mit ähnlichen Vorhaben. Auch Little Britain befindet sich nicht im rechtsfreien Raum. Die Ausstellung kann daher nur bleiben, wenn der Ortsgemeinderat seinen Beschluss rückgängig macht. Diese Entscheidung wird er nur treffen, wenn er dabei nicht sein Gesicht verliert.

Eine Neuordnung der unübersichtlichen Eigentumsverhältnisse könnte ein Ansatzpunkt sein. Vielleicht auch ein Grundstückstausch, wie der Landrat ihn ins Gespräch bringt. Es wäre wünschenswert, wenn eine Lösung gefunden würde, die Little Britain am Leben hält und Rechtssicherheit für die Zukunft gibt. Die Ausstellung ist einfach zu skurril, um zu verschwinden.