Willy-Brandt-Forum in Unkel

Brandts Brieföffner ist neu im Forum

Beim Museumstag konnten die Besucher im Willy-Brandt-Forum Maler Klaus Hopf über die Schulter schauen.

Beim Museumstag konnten die Besucher im Willy-Brandt-Forum Maler Klaus Hopf über die Schulter schauen.

UNKEL. "Faszinierend, kurzweilig, gut. Davon bräuchte die Welt mehr!" und "Vielen Dank für die nette und informative Führung. Ich komme mit Sicherheit noch mal hierher!" Das waren nur zwei der weit mehr als 50 Kommentare aus den Gästebüchern des Willy-Brandt-Forums, die der Vorsitzende Christoph Charlier am Sonntagvormittag groß ausgedruckt und laminiert hatte, um sie anschließend nebeneinander aufgereiht quer über den westlichen Teil des Willy-Brandt-Platzes aufzuhängen.

"Wir beteiligen uns am Internationalen Museumstag und machen mit diesen Eintragungen, Widmungen und Anerkennungen unserer Besucher auf das Forum und nicht zuletzt auch auf seine Qualität aufmerksam", so Charlier. An diesem Tag, der unter dem Motto "Museum - Gesellschaft - Zukunft" stand, zeigte das Forum unter anderem in der Porträtgalerie besondere Exponate, die in der Ausstellung sonst nicht zu sehen sind.

"Neu ist dieser silberne Brieföffner mit Elfenbeingriff, den Brigitte Seebacher uns erst kürzlich überlassen hat", berichtete Sigrid Wesely, die am Vormittag im Forum ehrenamtlich im Einsatz war. Zudem waren neben zwei Feuerzeugen aus dem Archiv etwa der Satire-Teller von Rosenthal in die Vitrine gewandert, auf dem neben der Brandt-Karikatur das Zitat des Sozialdemokraten zu lesen ist: "Wir sind keine Erwählten, wir sind Gewählte!" Daneben konnte man die Reaktionen in der Presse auf Brandts Tod lesen wie etwa die BILD-Schlagzeile: "Adios Willy, lieber Freund!"

Außerdem öffnete der Maler Klaus Hopf sein Atelier im Multifunktionsraum, in dem er an seiner Kunstaktion arbeitet. Hopf hatte mit seinem Projekt "Anatomie des Aufrechten Gangs" am Freitag begonnen. Zunächst wurde der Boden ausgelegt, bevor die Wände in strahlendem Weiß gestrichen wurden. "Mit dem Thema beschäftige ich mich aber schon seit September, sonst wäre nicht schon die Acrylmalerei auf den Wänden fertig, die ich jetzt noch mit der Komplettierung der Darstellungen auf den Leinwänden ergänze", erklärte Hopf den ersten Besuchern, die ihm bei der Arbeit über die Schultern schauten.

In Gänze bewundern kann man die Arbeit des Künstlers ab der Vernissage am Freitag, 29. Mai. An diesem Tag führt Hopfs Freund Norbert Illig abends ab 19.30 Uhr in den "Aufrechten Gang" ein.