Galerie Kunst Faktor 20/21

Ausstellung zeigt "Könige und andere Größen"

Bildhauerei und Collagen: Götz Sambale (links) und Klaus Krumscheid zeigen ihre Werke in Unkel.

UNKEL. Kleine, dunkle Könige aus Bronze, die mit ihren goldglänzenden Kronen auf hohen Eichenstelen stehen, sind in den Ausstellungsraum der Unkeler Galerie Kunst Faktor 20/21 von Lars Ulrich Schnackenberg eingezogen.

Mitgebracht hat sie der in Köln arbeitende Künstler Götz Sambale, der nach seiner Ausbildung zum Schreiner von 1992 bis 1996 Bildhauerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter studiert hat. Ergänzt wird die Ausstellung "Könige und andere Größen" durch 15 Collagen des Linzers Klaus Krumscheid.

"Nichts war naheliegender für einen Bildhauer, nach meinen ersten, zerbrechlichen Holzfiguren, die noch keine Kronen trugen, als einen Bronzeguss auszuprobieren", erinnerte Sambale. Mit diesem hätten die kleine Figuren aber ihre Unmittelbarkeit, die ursprüngliche Ausstrahlung der Holzplastiken, verloren. "Erst durch die Kronen haben sie dann in aller Bescheidenheit wieder an Individualität gewonnen, obwohl sie im Grunde gar nicht wissen, dass sie Kronen tragen", so der Künstler zu einem Besucher der Ausstellungseröffnung am Samstagabend. Auf einen Sockel erhoben habe er die Könige nur, damit sie auf Augenhöhe mit den Betrachtern seien.

"Im Grunde geht es Götz Sambale, den ich schon seit über 15 Jahren kennen, um das Problem eines jeden Bildhauers: Das Formproblem zu lösen", so Schnackenberg. Dabei erweise sich der Künstler als exzellenter Beobachter der menschlichen Körperhaltung und -sprache. Ohne jegliche porträthaften Züge steht eben die innere Linie als Ausdruck menschlicher Befindlichkeiten im Mittelpunkt. "Es sind keine Machthaber, sondern liebevolle Menschen, von ihrer ruhigen Haltung her eigentlich kindliche Gestalten", so der Galerist.

Ruhig, ja sogar introvertiert, ist auch Krumscheid, der vor 50 Jahren den "Scala"-Künstler und Designer Peter Meilchen während der gemeinsamen Ausbildung bei der Linzer Stadtverwaltung kennengelernt und gemeinsam mit seinem Freund zehn Jahre später seine künstlerische Ausbildung begonnen hatte. "Mit meiner Kuh-Collage erinnere ich an Peter, der vor sechs Jahren gestorben ist", so der Künstler, der sich selbst mittels eines Kinderbildes in diese Arbeit integriert hat. Meilchen hatte in seinem Videofilm "Schland" darauf hingewiesen, dass man schon seit dem Alten Testament wisse, dass Kühe die "gütigen Ammen der Menschheit" seien.

"Die Arbeiten von Klaus Krumscheid sind im Grunde chaotisch, auch wenn die stimmigen Farben der Collagen den Betrachter positiv ansprechen", so Schnackenberg. Zwar gebe es immer Wiedererkennungsmerkmale, wie die großen Eier im "Vogelnest" oder das Rheintor in "Hochwasser", dann aber werde der Betrachter doch wieder alleine gelassen.

So rätsele er, warum die Eier wie zerschnitten um das Nest gruppiert seien und was die Bikini-Schönheiten bedeuten sollen, die auf dem Rücken liegend vor dem Linzer Stadttor im Wasser treiben, ein ironisches Pendant zu der Hommage an die "Beach Boys", einer weiteren Collage von Krumscheid.

"Der Künstler erzählt keine Geschichten, die man kennt, sondern überlässt es dem Betrachter, aus dem Rätselhaften eine eigene Geschichte zu entwickeln", so der Galerist. Damit forderte er die Besucher der Vernissage konkret auf, selber kreativ tätig zu werden.

Weitere Informationen

Die Ausstellung "Könige und andere Größen" ist in der Galerie an der Frankfurter Straße 37 in Unkel noch bis einschließlich Sonntag, 5. Oktober, donnerstags und freitags von 15 bis 19 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon: 0 22 24/9 81 17 23, E-Mail: kunstfaktor20-21@t-online.de, zu sehen.