Projekt "Notinsel" Anlaufstellen für Hilfe suchende Kinder in Rheinbreitbach

Das Organisationsteam stellte das Projekt „Notinsel“ bei einer Infoveranstaltung in Rheinbreitbach vor.

RHEINBREITBACH. In Rheinbreitbach beteiligen sich bislang 14 Geschäfte und soziale Einrichtungen an dem bundesweiten Kinderschutzprojekt „Notinsel“.

Ein Kind mit einer blutenden Nase oder einem aufgeschlagenen Knie und keine Hilfe in Sicht: Das soll es in Zukunft in Rheinbreitbach nicht mehr geben. Ende April hatte der Ortsgemeinderat auf Anregung der Initiative „Rheinbreitbach 2030“ beschlossen, das bundesweite Kinderschutzprojekt „Notinsel“ der Stiftung „Hänsel und Gretel“ in die Gemeinde zu holen.

14 Geschäfte und soziale Einrichtungen beteiligen sich ehrenamtlich an der Initiative und stellen sich als Anlaufstellen für Hilfe suchende Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Bluhm Fonds, der Awo Unkel, der Sparkasse Neuwied, der Volks- und Raiffeisenbank Rheinbreitbach sowie von der Familie Lautenschläger.

„Zunächst war das Projekt im Ort auf große Zustimmung gestoßen, dann aber machte sich doch eine gewisse Skepsis breit“, sagte Thomas Napp von der Initiative „Rheinbreitbach 2030“. Da es doch selbstverständlich sei, Kindern zu helfen, brauche man so ein Projekt im Grunde gar nicht, habe eine weitverbreitete Ansicht gelautet.

Deshalb hatte das Organisationsteam der „Notinsel Rheinbreitbach“, dem neben Napp die Leiterinnen der beiden Kindergärten, Käthemarie Dung und Dagmar Stolle, Patrizia Schon-Ohnesorge, Rektorin der Gebrüder-Grimm-Grundschule, sowie die Beigeordnete Susanne Ahrends angehören, zu einer Infoveranstaltung in die Villa von Sayn eingeladen. Als Fachleute nahmen Gabriele Theis von der Gewaltpräventionsstelle des Polizeipräsidiums Koblenz sowie von der Polizeidirektion Linz der zuständige Jugendsachbearbeiter, Volker Dolezich, und der Erste Polizeihauptkommissar, Veit Doll, teil.

Hilfe ist nicht immer selbstverständlich

Hilfe sei eben nicht immer selbstverständlich, so die Initiatoren zu Beginn der Veranstaltung. „Anfang August ist in der Hauptstraße von Passanten und Autofahrern lange unbemerkt ein Kind auf- und abgehumpelt“, berichtete Napp. Erst nach einiger Zeit sei es von einer älteren Passantin angesprochen worden.

Das Kind hatte in eine Wespe getreten und wusste nicht, was es tun sollte. In einem solchen Fall könne das Notinselprojekt der Stiftung „Hänsel und Gretel“ greifen, so Theis. Wie das vergleichbare Koblenzer Projekt „Schängel in Sicherheit“ liefere es einen Beitrag, die Bevölkerung für Probleme der Kinder zu sensibilisieren. „Haben Sie vor allem keine Angst, etwas falsch zu machen. Hilfe zu leisten, kann nur richtig sein.“

In eine ähnliche Richtung zielte der Hinweis der Polizisten, dass sich jeder auf seinen gesunden Menschenverstand und sein Bauchgefühl verlassen sollte. „Zwar muss man nicht gleich die Polizei rufen, wenn ein Kind mit aufgeschlagenem Knie in ein Geschäft kommt.

Wenn Ihnen jedoch das Verhalten oder die körperliche Verfassung eines Kindes seltsam vorkommt, gilt der Leitsatz: Lieber einmal zu viel die Polizei anrufen, als einmal zu wenig“, so Dolezich. Veit Doll wies seitens der Polizei zum Abschluss darauf hin, dass die Bürger durch das Notinselnetzwerk nicht von der Pflicht zur Unfallhilfe entbunden seien.

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