Künstler aus Neuwied: Verblüffende Lichtinstallationen an der Oberwinterer Hauptstraße | GA-Bonn

Künstler aus Neuwied

Verblüffende Lichtinstallationen an der Oberwinterer Hauptstraße

Oberwinter.  Die meisten der Besucher, die nach Einbruch der Dunkelheit über den Oberwinterer Weihnachtsmarkt geschlendert sind, haben in Höhe des Hauses Schwanen Halt gemacht. Denn ihr Blick fiel unweigerlich auf die im wahrsten Sinne des Wortes "riesigen" Fotos, die auf eine an der Fassade des gegenüberliegenden Hauses angebrachten Leinwand projiziert wurden.
Lichtinstallation an der Oberwinterer Hauptstraße.
								Foto: Martin Gausmann
Lichtinstallation an der Oberwinterer Hauptstraße. Foto: Martin Gausmann

Atemberaubende Landschaften, beeindruckende Tieraufnahmen und ungewöhnliche Karnevalsbilder - insgesamt 600 seiner Werke hatte der Fotokünstler Andreas Pacek zu einer "Slideshow" zusammengestellt. Sie weckten nicht zuletzt die Neugier auf die Ausstellung des 41-jährigen Neuwieders, die im "Haus Schwanen" zu sehen ist.

Unter dem Titel "Leuchtendes Rheintal" hat Pacek bemerkenswerte Fotografien ausgewählt. Sie zeigen Landschaften zwischen Köln und Koblenz. Sie bestechen in Perspektive, Bildaufbau, Schärfe und Farbigkeit. Insgesamt sechs Jahre hat der gelernte Informatiker an dieser Serie gearbeitet.

Seine Bilder nehmen den Betrachter mit auf eine Reise, die in Koblenz beginnt, durch die rheinnahen Gebiete der Vulkan-Eifel führt und über Weinorte wie Leutesdorf und Linz über Bonn schließlich in Köln endet. Knapp die Hälfte der Fotos wurden bereits in dem gleichnamigen Buch veröffentlicht.

Die andere Hälfte ist erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen. Ein absolutes Muss für Pacek sind Wolken. Ob in Form von Schleier-, Cumulus- oder Cirrus-Gebilden - sie fehlen auf keinem der Bilder. Sie sind es auch, die den Aufnahmen eine besondere Stimmung verleihen und ebenso ihre Einmaligkeit ausmachen.

"Ich möchte meine Motive in einem ganz bestimmten Licht erscheinen lassen. Ich beobachte das Wetter, um mich im richtigen Moment auf den Weg zu machen", erklärt der 41-Jährige, der bei der Motiv- und Perspektivwahl zudem stets auf der Suche nach dem "Goldenen Schnitt" ist.

So lagern über dem "Zweigiebelhaus" auf den Rheinhöhen die Schleierwolken, während der ICE als Lichtstrom durch das Bild fährt und eine Fähre Kurs in die Gegenrichtung nimmt. Eine einzigartige Perspektive zeigt ein Foto, auf dem der Posttower im Zentrum thront, während sich am Horizont winzig klein, aber gestochen scharf die Skyline der Stadt Köln abzeichnet.

Pacek arbeitet mit der HDR-Technik. Dabei werden mehrere Aufnahmen, die mit unterschiedlichen Belichtungszeiten bei gleichbleibender Blende gemacht werden, übereinandergelegt. Dadurch erhalten sie eine intensive Tiefe. Die Motive scheinen förmlich zu leuchten. Pacek selbst bezeichnet sich als "besessen". Aber: "Das perfekte Bild gibt es nicht", sagt er.

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