Schloss Marienfels in Remagen am Rhein: Thomas Gottschalk will sein Schloss loswerden | GA-Bonn

Schloss Marienfels in Remagen am Rhein

Thomas Gottschalk will sein Schloss loswerden

REMAGEN.  Fernsehmoderator Thomas Gottschalk will sein Schloss Marienfels in Remagen am Rhein wieder verkaufen. Der 62-Jährige hatte das Anwesen mit 800 Quadratmeter Wohnfläche und riesigem Park im November 2004 erstanden.

Es hat 14 Zimmer, Schwimmbad mit Sauna und Whirlpool, einen Wintergarten und liegt in exzellenter Lage. Für 6,2 Millionen Euro will sich Fernsehmoderator Thomas Gottschalk von Schloss Marienfels in Remagen trennen. Dafür gibt es aber auch die gesamte Inneneinrichtung dazu.

"Ich bin jetzt an einem Punkt in meinem Leben, wo ich mich ganz bewusst noch einmal verändern möchte und andere Dinge probieren will. Beruflich wie privat, sagte Gottschalk am Mittwoch dem General-Anzeiger zur Begründung für den Verkauf. Nicht alle könnten das nachvollziehen: "Aber da gibt es wohl bei meiner Frau und mir noch ein paar Hippie-Träume, die abgearbeitet werden müssen."

Er wisse noch nicht, ob sie künftig in Berlin oder in New York, in Malibu oder München leben würden. Gottschalk wohnt seit vielen Jahren auch im kalifornischen Malibu, hatte 2004 Schloss Marienfels mit seinen 800 Quadratmetern Wohnfläche zusätzlich erworben. Dann hat er es aufwendig modernisiert.

"Meine Frau hat immer von einem Schloss geträumt, doch ernst genommen haben wir das beide nicht", erinnert sich Gottschalk. Als er kurz davor gewesen sei, in seiner "Beatlemanie" das Haus von George Harrison in Lugano zu kaufen, sei seine Frau Thea mit Marienfels als Gegenangebot gekommen. "Auf dem Balkon mit Blick auf den Rhein musste ich zugeben: Schöner geht's nicht", so der Entertainer.

Das Haus wird zahlungskräftigen Kunden vom Büro Bad Neuenahr-Ahrweiler des Immobilienmaklers Engel & Völkers angeboten. "Urgemütlich und gleichzeitig herrschaftlich, geschmackvoll und individuell", beschreibt der Geschäftsführer von Engel & Völkers in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Koblenz, Georg Lennartz, die Atmosphäre des Hauses.

Das Haus sei gerade für im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeiten ein idealer Rückzugsort. Das Schloss trage unverkennbar die Handschrift von Gottschalks Ehefrau Thea. So sei im Dachgeschoss aus sechs Mansarden ein Raum gemacht geworden, im dem ein Beduinenzelt stehe.

"Schloss Marienfels war für mich eine Herausforderung, weil ich wollte, dass es nicht nur von außen ein Schloss ist, sondern sich dieses Gefühl auch vermittelt, wenn man eintritt", sagte Thea Gottschalk am Mittwoch.

Einrichten und verändern sei schon immer ihre Leidenschaft gewesen. "Die Einrichtung für das Beduinenzelt unterm Dach habe ich in Marokko gefunden, das Frühstückszimmer in Mexiko und die Möbel im Salon stammen aus Los Angeles."

Historische Aufnahmen von Schloss Marienfels
Schloss Marienfels hat eine wechselvolle Geschichte. Das Schloss wurde 1859 von einem Zuckerfabrikanten aus Uerdingen erbaut. Lange bevor Malibu und Marbella, Mallorca und die Malediven die Wohlhabenden lockten, war das Mittelrheintal beliebtes Sommerfrische-Ziel der besseren Gesellschaft.

Zwischen 1949 und 1952 war dort mit dem Fischerkoesen Filmstudio das damals bekannteste deutsche Trickfilmstudio untergebracht. Burgensammler und Bauunternehmer Herbert Hillebrand kaufte Schloss Marienfels 1989 für eines seiner Kinder. In den 90er Jahren vermietete er es als Botschaft an Kasachstan. Als Hillebrands Firma in Schieflage geriet, wurde das Schloss zum Verkauf angeboten.

Auch Gottschalk weiß die Lage zu schätzen: "Selbst in der Hochphase öffentlicher Neugier konnte ich völlig ungestört durch den eigenen Wald wandern. Das war für mich der größte Luxus."

Die Stadt Remagen bedauert den Wegzug des prominenten Mitbürgers, sagte der Leiter der Touristikinformation, Martin Tillmann. "Seit der Eroberung der Brücke von Remagen (im Zweiten Weltkrieg) war die Stadt nicht mehr so häufig in den Schlagzeilen gewesen wie damals." Gottschalk habe einen "enormen Imagegewinn" gebracht.

Als Sonntagsbelustigung lässt sich Schloss Marienfels in der Verkaufsphase übrigens nicht besichtigen: Wer Interesse hat, muss Engel & Völkers einen Finanzierungsnachweis beibringen.

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