Remagen: Planungsgruppe bereitet Integrierte Gesamtschule vor | GA-Bonn

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Planungsgruppe bereitet Integrierte Gesamtschule vor

Remagen.  Sie stehen in den Startlöchern, identifizieren sich mit ihrem Projekt und tagen jede Woche: die Mitglieder der Planungsgruppe Integrierte Gesamtschule (IGS) Remagen. Diese soll zu Beginn des nächsten Schuljahres an den Start gehen, in den Gebäuden der bisherigen Realschule plus.
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Ein Banner weist am Straßenrand auf die Anmeldungstermine im Januar hin.
												Foto: Günther Schmitt

Ein Banner weist am Straßenrand auf die Anmeldungstermine im Januar hin. Foto: Günther Schmitt

Sprecherinnen der achtköpfigen Planungsgruppe sind die Lehrerinnen Lilo Wenz und Sandra Rosa. Beide sind Feuer und Flamme für die neue Schulform, denn sie wollen mit Schülern, Lehrern und Eltern das pädagogische Konzept leben.

Und das ist laut Wenz und Rosa an sich ganz einfach: "Starke und schwache Schüler zusammenbringen und zu einer Gruppe machen, in der jeder für den anderen mitverantwortlich ist." Dafür, dass das auch funktioniert, wird seit Ende der Sommerferien die Vorarbeit geleistet. Auch durch IGS-erfahrene Lehrer.

Diese kommen aus Bad Kreuznach, Horhausen und Stromberg, haben aber regionale Bindungen nach Remagen und werden im Sommer 2013 dorthin versetzt. Dann beginnt auch die IGS mit vier fünften Klassen, wobei je zwei Lehrer die Funktion des Klassenleiters übernehmen und möglichst viel Fachunterricht in ihren jeweiligen Klassen erteilen sollen.

Teamschule heißt dabei laut Wenz und Rosa das Zauberwort. Denn es wird nicht nur eine personenbezogene, sondern auch eine räumliche Zuordnung geben. Wenz: "Alle Klassen eines IGS-Jahrgangs kommen auf einen Flur, dazu gibt es einen Raum für Differenzierungsgruppen und ein Team-Lehrerzimmer."

Soll heißen: Ein enger Kontakt zwischen Schülern und Lehrern, aber auch mit Eltern ist das Ziel des Systems. Wobei die Stärken jedes Einzelnen möglichst weiterentwickelt werden sollen. Dazu gibt es ab der sechsten Klasse das sogenannte Wahlpflichtfach. So ist es zum Beispiel möglich, neben Deutsch, Mathematik und Englisch die Kombination Sport und Gesundheit oder Wirtschaft als viertes Hauptfach zu wählen.

Oder auch Französisch, Latein und Naturwissenschaften, der Wahlmöglichkeiten werden gar viele sein. Auch kann ab der siebten respektive achten Jahrgangsstufe zwischen den Leistungsniveaus variiert werden, denn bei der IGS gibt es alle Schulabschlüsse unter einem Dach: die Berufsreife (Hauptschule), den Sekundarabschluss (Mittlere Reife), den schulischen Teil der Fachhochschulreife und das Abitur. Wobei die Planungsgruppe Wert darauf legt, dass beim Abitur die selben Standards zugrunde gelegt werden, wie in normalen Gymnasien. Rosa: "Darauf achtet das Bildungsministerium."

Das alles vermitteln sie derzeit bei Info-Veranstaltungen für Grundschullehrer, Eltern und auch Schüler. Denn anmelden kann man sich für die IGS erst in der Zeit vom 26. bis zum 30. Januar. Werner Surges, Noch-Chef der Realschule plus und ab nächsten Sommer Neu-Ruheständler, der der Planungsgruppe beratend angehört, erläutert: "Mit 76 Schülern kann die IGS starten, angenommen werden höchstens 100."

Sollte es mehr Anmeldungen geben, werde die Auswahl durch die Aufsichtsbehörde ADD erfolgen. Dieses nach Kriterien, dass möglichst jeder Schulabschluss abgedeckt wird, also schwach und stark unter einem Dach. Zurzeit hat die Realschule plus in Remagen 50 Lehrer und 680 Schüler.

Wenn die IGS einmal komplett ist, rechnet Surges mit 60 bis 70 Lehrern für dann insgesamt 800 Schüler, für die dank früherer hoher Schülerzahlen Platz genug da sei. Dazu gehören dann neben der Sport- und der Rheinhalle auch sieben Fachräume für Naturwissenschaften, zwei für Kunst, zwei für Musik, drei Computerräume, drei Werkräume und eine Mensa für Ganztagsschüler. Wobei ganztags für die unteren Klassen fakultativ sei, in der Oberstufe dann eher die Normalität.

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