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Broschüre über Mayschoss im Dreißigjährigen Krieg
"Schwere Kanonenkugeln treffen die Saffenburg"
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MAYSCHOSS. Sebastian Wolfgang Schmitz hat über Mayschoss im Dreißigjährigen Krieg geforscht und seine Ergebnisse in einer neuen Broschüre zusammengefasst.
Schwedenkopf heißt der Berg links der Ahr gegenüber der Mayschosser Saffenburg. Von dort aus soll das einst gewaltige Schloss auf der rechten Ahr-Seite im Dreißigjährigen Krieg beschossen worden sein. Und tatsächlich fanden Arbeiter bei der Sanierung der alten Umfassungsmauern mehrere Kanonenkugeln, die zwischen den Steinen stecken geblieben waren. Der Mayschosser Chronist Sebastian Wolfgang Schmitz hat im Arenberg-Archiv in der Nähe von Brüssel nach Dokumenten aus der langen Kriegszeit geforscht und die Ergebnisse in einem Heftchen zusammengefasst. Bei Lichtbildervorträgen in Mayschoß und Rech fand er ein interessiertes Publikum.
Schmitz schickte voraus, dass in örtlichen Archiven kaum etwas über die Kriegsjahre von 1618 bis 1648 zu finden sei, da unterschiedliche Truppen bei ihren Durchmärschen das Land verwüstet und die Bewohner bis an den Bettelstab gebracht hätten. Vieh und Vorräte wurden geraubt, ganze Familien ausgerottet, die öffentliche Ordnung brach zusammen. Darum sind lediglich in einigen Dokumenten aus dem Arenberg-Archiv Aufschluss über die Situation an der Ahr zu finden.
Es war General Wolf Heinrich von Baudissin, der 1632 mit schwedischen Truppen in Kripp über den Rhein und ins Ahrtal zog. Am 13. Dezember wurden drei als "Feldstücke" bezeichnete Geschütze mit Kugeln von 16, acht und drei Pfund gegenüber der Saffenburg in Stellung gebracht und das Schloss schon einen Tag später erobert. Die meisten Bewohner konnten fliehen. Nach Abzug der Truppen am 15. Dezember blieb der preußische Hauptmann Rodinger mit einer Kompanie. Einen Monat später belagerten spanische und kurkölnische Truppen des Kurfürsten Ferdinand als "Befreier" die Burg, brachten 25- und sechs-pfündige Kanonen in Stellung, zwangen die Belagerer zum Abzug, drangsalierten die Bevölkerung aber weiter.
Von 1633 stammt auch die einzige bekannte Darstellung der Saffenburg vor ihrer Zerstörung, ein kleinformatiges Bild von einer größeren Flugschrift.
Das Heftchen mit den Untersuchungsergebnissen kann man unter anderem beim Nikolausmarkt in der Mayschosser Winzergenossenschaft am Wochenende, 1./2. Dezember, erwerben.
Artikel vom 20.11.2012
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