Kommentar zum Lärmschutz an der A61

Zu lange gewartet

Mit dem Vermerk „Vordringlicher Bedarf“ ist der dreispurige Ausbau der A 61 zwischen den Kreuzen Meckenheim und Bliesheim versehen.

Mit dem Vermerk „Vordringlicher Bedarf“ ist der dreispurige Ausbau der A 61 zwischen den Kreuzen Meckenheim und Bliesheim versehen.

Was die Ingenieure 1978 planten, setzen die Kollegen anno 2018, exakt 40 Jahre später, um: Im April dieses Jahres beginnen die Arbeiten zum Bau der bis zu vier Meter hohen Lärmschutzpalisaden an der A61 bei Wormersdorf. Darauf haben die Bürger zu lange warten müssen, mein unser Autor.

Die Nachricht, dass die lang ersehnten Lärmschutzwände an der A 61 bei Wormersdorf gebaut werden, hören die Menschen im „Land der Liebe“ nicht zum ersten Mal. In Wormersdorf gilt es mit Blick auf die „Serie von Verzögerungen, Beschwichtigungen und Ausflüchten“, wie Richard Feldmann von der Bürgerinitiative „Lärmschutz für Wormersdorf“ es nannte, schon als geflügeltes Wort, sich erst über etwas freuen zu können, wenn es tatsächlich sicht- und greifbar vorhanden ist.

Wie konnte es dazu kommen? Schon ganze Generationen von Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern haben sich an dem Thema abgearbeitet. Sich damit zu trösten, dass Verkehrsprojekte selbst in einem Hochtechnologieland wie Deutschland immer lange dauern, ist als Begründung unzureichend. Wie ein Damoklesschwert hing der beabsichtigte, über 100 Millionen Euro teure, sechsstreifige Ausbau der A 61 stets über dem Lärmschutzprojekt.

Dass die Wände jetzt doch gebaut werden, könnte im Umkehrschluss heißen, dass es mit dem „Vordringlichen Bedarf“ für den Ausbau, wie im Bundesverkehrswegeplan nachzulesen, wohl doch nicht weit her ist.

Darum ist es gut, dass die Betonwände nach vier Jahrzehnten des Wartens nun endlich realisiert werden. Alles, was das immanente Rauschen von jährlich 50 000 Fahrzeugen hörbar vermindert, wissen die Wormersdorfer zu schätzen. Darauf haben sie zu lange gewartet.