CDU-Parteitag

Winkelmeier-Becker bleibt Vorsitzende der Rhein-Sieg-CDU

Die Führungsriege der CDU zwischen Windeck und Walberberg, in der Mitte: Die Vorsitzende Elisabeth Winkelmeier-Becker.

Die Führungsriege der CDU zwischen Windeck und Walberberg, in der Mitte: Die Vorsitzende Elisabeth Winkelmeier-Becker.

RHEIN-SIEG-KREIS. Auf dem Kreisparteitag der CDU in Meckenheim wurde der Blick bereits auf die Kommunalwahl 2020 gerichtet. Es gelte Vetrauen zurückzugewinnen, so die alte und neue Kreisvorsitzende

Die CDU hat – zumindest auf Bundesebene – aufregende Wochen hinter sich. Der Kreisparteitag der CDU in der Meckenheimer Jungholzhalle hingegen bot ein Kontrastprogramm. Harmonie pur. Elisabeth Winkelmeier-Becker, seit 2010 an der Spitze des Kreisverbandes, wurde mit großer Mehrheit wiedergewählt. 86,5 Prozent der 236 Stimmberechtigten votierten für die 56-jährige Bundestagsabgeordnete aus Siegburg.

Sie nahm das Ergebnis erfreut zur Kenntnis, war sich aber wohl bewusst, dass bis zur Kommunalwahl noch eine Menge Arbeit auf sie und die Partei wartet, um die Führungsposition der Christdemokraten zu wahren. Denn auch die im Kreis traditionell starke CDU verliert Wählerstimmen, verliert Mitglieder, verliert Vertrauen. Hatten im Jahr 2010 noch 6755 Menschen ein CDU-Parteibuch, sind es aktuell nur noch 5397. Ein Verlust von 21,7 Prozent. Die Position als größter deutscher CDU-Kreisverband ist in Gefahr, wenn dieser Trend anhält.

Um das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen, hofft Winkelmeier-Becker zunächst einmal, „dass sich nach der Wahl in Bayern einiges ändert“. Ohne Namen zu nennen, meinte sie den Abschied von Horst Seehofer. Nach „zähen Koalitionsverhandlungen“ zunächst mit Grünen und FDP, dann mit der SPD, und dem Streit mit der CSU stehe die Union nun insgesamt geschwächt da.

Neues Gesprächsformat im Rhein-Sieg-Kreis

Der Umgang mit Sami A. oder die Personalie Maaßen seien dem Bürger nicht mehr zu vermitteln und selbst auch „schwer auszuhalten“. Daher sei der Wunsch nach Veränderung in der Führung der Bundestagsfraktion auch stärker gewesen als der Wunsch von Angela Merkel nach personeller Kontinuität.

Im Kreis möchte Winkelmeier-Becker das Gesprächsformat „90 Minuten“ etablieren. Die Vorsitzende will kreisweit zu Bürgersprechstunden zu aktuellen Themen einladen. Sie sagt: „Wir müssen den Menschen besser zuhören und auch komplexe Themen besser erklären.“ Im Hinblick auf die Kommunalwahl 2020 sieht Landrat Sebastian Schuster die CDU gut aufgestellt. Der Ausbau des digitalen Netzes schreite voran, die Kreisumlage bleibe stabil, das Gewerbeflächenkonzept im Linksrheinischen laufe an.

Adenauer-Medaille für Frithjof Kühn

Mit der Adenauer-Medaille zeichnet der Kreisverband traditionell verdiente Mitglieder aus. Diesmal den früheren Landrat Frithjof Kühn. Winkelmeier-Becker würdigte dessen „unermüdliches Wirken“ für die Bürger im Kreis. Er habe mit Freude und Leidenschaft, mit Zuverlässigkeit und Prinzipientreue einen Rhein-Sieg-Kreis mitgeprägt, in dem die Menschen sich wohlfühlen. Als eine von vielen Spuren, die er hinterlassen habe, nannte sie die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Kühn dankte bescheiden: „Die Begegnungen mit den Menschen waren mir immer wichtig. Ich habe nur meine Pflicht getan.“

Da die Geschäftsstelle der Kreis-CDU ein Mietobjekt ist, für das jährlich erhebliche Kosten anfallen, soll nun geprüft werden, ob die Partei ein neues Haus im zentralen Kreisgebiet baut oder erwirbt. Einem entsprechenden Antrag des Stadtverbands Troisdorf stimmte der Parteitag zu. Ebenso erhielt ein Antrag der Jungen Union ein positives Votum. Um den Nachwuchs in der CDU zu fördern, soll zur Kommunalwahl 2020 mindestens jeder sechste Kandidat unter 35 Jahre alt sein.