Kommentar

Werbung für die Region

Schilder mit diesem Logo leiten Radfahrer über die Strecke.

Schilder mit diesem Logo leiten Radfahrer über die Strecke.

Rhein-Sieg-Kreis. Spötter dürfte das Projekt Apfelroute verstummen lassen, meint GA-Redakteur Christoph Meurer. Denn was der Verein Rhein-Voreifel Touristik da auf die Beine stellt, kann die Region voranbringen. Nicht nur in Sachen Attraktivität.

Böse Zungen behaupten, man wisse ja gar nicht, was der Verein Rhein-Voreifel Touristik (RVT) den ganzen Tag so macht. Spätestens mit der Konzeption der rheinischen Apfelroute dürfte derartiger Spott verstummen. Getreu dem Anspruch nicht zu kleckern, sondern zu klotzen, legt der 2004 gegründete Verein zur Tourismusförderung ein echtes Großprojekt auf.

Die Hauptroute des Radwegs soll 120 Kilometer lang sein und durch den gesamten linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis führen. Dazu kommen sechs Nebenrouten – pro Kommune eine –, sodass es nach Angaben des RVT am Ende insgesamt rund 250 Kilometer Wegstrecke sein werden.

Dabei auf den Apfel als Logo und Markenkern zu setzen, war eine gute Entscheidung. Schließlich ist der Anbau von Obst- und Gemüse eines der bestimmenden Attribute des Linksrheinischen: vom Spargel über Erdbeeren und Kirschen bis eben zu den Äpfeln.

Anders sieht es hingegen mit dem Tourismus aus. Als Ziel für Reisende aus nah und fern hat der Landstrich zwischen Fritzdorf und Widdig noch Entwicklungspotenzial. Als Magnet kann die Radroute beitragen – vor allem, wenn landwirtschaftliche Betriebe, Betreiber von Hofläden und Gastronomen eingebunden werden. (Rad-)Touristen können die Schönheit und das Angebot der Region entdecken, die Unternehmen wiederum Einnahmen generieren.

Sicher: Rund 576 300 Euro für das Projekt sind viel Geld, ganz gleich, ob es von der EU kommt oder vom RVT selbst bezahlt werden muss. Wenn aber das Konzept hinter der Route und die spätere Vermarktung stimmen, kann ein Vielfaches erwirtschaftet werden. Und das kommt dann der Region zugute.