Initiative

Straße soll nach dem Internet benannt werden

Düsseldorf/Bonn. Ein SPD-Politiker greift die Idee des "Heimatvereins Internet" auf und fordert eine Internetstraße in Düsseldorf. In Bonn gab es einen solchen Vorschlag bereits vor 19 Jahren.

Es gibt sie landauf, landab: Poststraßen, Bahnhofstraßen oder Marktstraßen. Kurzum: Wege, die nach bedeutenden zivilisatorischen Entwicklungen benannt sind. Und allem Technologiepessimismus zum Trotz gehört auch das Internet in die Liste dieser Dinge. Tatsächlich gibt es eine Internet Avenue in Las Vegas. In deutschen Städten sucht man eine solche Straße bislang vergebens. Noch.

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, fordert der SPD-Politiker Philipp Tacer die Benennung einer Straße in Düsseldorf nach dem Internet. Er greift damit eine Initiative des Journalisten Dirk von Gehlen auf. Dieser gehört zu den treibenden Kräften hinter dem „Heimatverein Internet“. Dessen Mitglieder machen sich dafür stark, dass das Internet als „eine menschhistorisch bedeutsame Erfindung“ – wie es auf einer Aktionswebseite heißt – mit Straßen- und Platzbenennungen gewürdigt wird.

Ob man in Düsseldorf bald in einer Internetstraße wohnen kann, ist allerdings längst nicht ausgemacht. Straßenbenennungen fallen in NRW in das kommunale Selbstbestimmungsrecht, bedürfen also eines politischen Beschlusses – und einer noch nicht benannten, also höchstwahrscheinlich noch zu bauenden, Straße. In Bonn wäre man in dieser Hinsicht übrigens fast seiner Zeit voraus gewesen. So gab es im Zuge der Entwicklung des Bonner Bogens im Jahr 2000 den Vorschlag, die zentrale Straße „Internet-Allee“ zu nennen.

Woher diese Idee stammt, ist nicht überliefert. Die Straße wurde jedenfalls nach dem Ökonomen und Politiker Joseph Schumpeter benannt. Vermutlich dachte man sich damals, dass sich dieses Internet sowieso nicht durchsetzt.