Hitze im Vorgebirge und in der Voreifel

So trotzen Menschen in der Region den Rekordtemperaturen

Vorgebirge/Voreifel. Ventilatoren für die Wohnung, Schwimmbadbesuche und ein Abstecher in die Eisdiele: Wie die Menschen von Bornheim bis Rheinbach den Rekordtemperaturen trotzen.

Die 30 Grad-Marke wurde in den vergangenen Tagen bereits geknackt. Kein Wunder, dass da die Sehnsucht nach schattigen und vor allem kühlen Plätzen groß ist. Für eine frische Brise in der Wohnung und am Arbeitsplatz sorgen beispielsweise Ventilatoren oder Klimaanlagen mit einem Abzugsschlauch, der aus dem Fenster gehängt wird, damit die heiße Luft wieder nach draußen gelangen kann.

Dass die Geräte zurzeit beliebt sind, kann Andreas Schmelz, Einkäufer bei dem Elektrofachgeschäft Elgema Engelbert und Steffen in Bornheim-Hersel, bestätigen. „Seit zwei, drei Wochen verkaufen wir täglich an die 30 Ventilatoren. Bei den Klimaanlagen waren es beispielsweise gestern 15 Stück. Die Nachfrage nach dieser Ware steigt bei den Kunden zunehmend“, sagt Schmelz.

Nachschubprobleme gebe es bisher nicht. Die Ventilatoren kosten bei dem Einzelhänder zwischen 20 und 30 Euro, Klimaanlagen zwischen 400 und 500 Euro.

Eine Alternative für eine kurzweilige Abkühlung ist Speiseeis. Bei „Smillashop Cafébar“ in Alfter-Ort ist nach Angaben von Inhaberin Elke Glöde der klassische Spaghetti-Eisbecher bei den Kunden heiß begehrt. „Darauf folgen Schoko- und der Nussbecher. Aber auch der Himbeerbecher wird häufig bestellt.“ Generell seien Eiskreationen mit frischem Obst und Joghurt gefragt.

Allerdings räumt Gödel ein, dass in der ersten Sommerferienwoche mehr Kunden bei ihr kauften als momentan. „Die Hitze sorgt dafür, dass weniger Leute vor die Tür gehen. Wenn demnächst noch die Offene Ganztagsschule und die Kita geschlossen haben, werden auch weniger Kinder kommen.“ Nichtsdestotrotz sei die Café-Betreiberin zufrieden – schließlich verkaufe sie täglich an die 200 Waffeltüten mit Eis.

Wer der Hitze trotzen und dabei auch noch etwas für den Freizeitspaß und die eigene Fitness tun will, geht schwimmen, beispielsweise in das Rheinbacher Monte Mare. Eine erste Bilanz kann Jörg Zimmer, Leiter der Marketingabteilung, auf Anfrage des General-Anzeigers schon geben. „Das Freibad wurde im Juli dieses Jahres von rund 22.000 Gästen besucht, im Juli 2017 waren es knapp 6000 Gäste.“ Er räumt ein, dass es sich nicht pauschal beantworten lasse, welche Art von Badespaß die Gäste bevorzugen.

Wegen der starken Wärme gehenweniger Leute vor die Tür

Das Monte Mare bietet diverse Angebote, um zu entspannen und zu schwimmen wie Saunen, ein Freibad, eine Erlebnisbad für Familien mit Kindern und ein Indoor-Tauchzentrum, um vor dem Urlaub das Tauchen zu erlernen oder seine Kenntnisse aufzufrischen.

Trotz der Trockenheit und der hohen Temperaturen draußen nutzen im Monte Mare Besucher die Sauna. „Die Vermutung, dass im Sommer niemand in die Sauna gehen würde, ist falsch“, sagt Zimmer. „Womöglich nutzen weniger Gäste die hoch temperierten Trockensaunen oder die Aufgüsse. Aber die Gäste kommen – unabhängig vom Wetter –, um eine Pause vom Alltag zu haben.“ Zimmer bilanziert, dass die Zahl der Saunagäste in den ersten sieben Monaten dieses Jahres gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum nahezu konstant sei.

Ulrich Rehbann vom Bornheimer Stadtbetriebsvorstand kann aktuell keine konkreten Besucherzahlen für das Hallen- und Freizeitbad Bornheim für Juli nennen, weil die Listen erst Mitte August vorliegen werden. Nach seiner persönlichen Einschätzung könne sich das Freibad über einen Gästemangel aber nicht beklagen. Die hohen Temperaturen sorgen dafür gesorgt, dass die Besucherzahlen nach seinen Angaben tendenziell ansteigen.

2017 besuchten 77.968 Badegäste (Erwachsene und Jugendliche) das Hallen- und Freizeitbad in Bornheim, die den Einzeltarif bezahlten – ohne Nutzung der Sauna. Knapp 60.000 Schüler kamen im Vorjahr zum Schwimmen. Die Saunalandschaft haben insgesamt, ebenfalls Einzeltarif, 18 090 Gäste genutzt. Was dieses Jahr betrifft, geht wie bereits berichtet Ruth Giersberg vom Stadtbetrieb Bornheim davon aus, dass sich die Besucherzahl nicht stark verändern werde.

Die Freibadsaison endet, je nach Witterung, am 9. September. Seit 2017 wird das Freibad nur bei einer Temperaturmarke von 25 Grad geöffnet. Liegt die Regenwahrscheinlichkeit höher als bei 30 Prozent, bleibt es zu. Mit Ende der dritten Ferienwoche ist allerdings nicht mehr mit Regen zu rechnen. Im Gegenteil: Die 30-Grad-Marke wird erneut erreicht – und die Anzeige des Thermometers klettert sogar darüber hinaus.