Eisenbahntunnel bei Köln

Polizei sucht Zeugen nach Zugunfall mit einem Esel

Ein Esel wurde auf der ICE-Trasse in Richtung Flughafen Köln/Bonn von einer S-Bahn erfasst.

Köln. Im Zusammenhang mit dem in einem Zugtunnel bei Köln getöteten Esel sucht die Polizei nach Zeugen. Am Abend des 30. April war das Tier auf einer ICE-Trasse von einem Zug erfasst worden. Es gibt Hinweise darauf, dass das Tier mit Absicht in den Tunnel geführt wurde.

Nach einem Unfall mit einem freilaufenden Esel in einem Eisenbahntunnel Richtung Flughafen Köln/Bonn sucht die Polizei nach Zeugen des Vorfalls. Das Tier war am 30. April am späten Abend von einer S-Bahn erfasst und getötet worden. Gegen 22.15 Uhr war die Polizei darüber informiert worden. Als sie den Tunnel durchsuchten, fanden die Beamten das tote Tier und einen weiteren Esel vor. Dieser wurde eingefangen, zum Ausgang des Tunnels gebracht und schließlich seinen Besitzern übergeben.

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, gibt es Manipulationsspuren am Weidezaun, hinter dem die Tiere untergebracht waren. Es sei nicht auszuschließen, dass die beiden Esel absichtlich auf die Gleise geführt wurden. Die Bundespolizei ermittele deshalb wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Zunächst hatte es nach Bekanntwerden des Vorfalls laut Polizei keine Hinweise auf eine Straftat gegeben.

Zu der Zeit hatte sich bereits ein Mann, der sich als Bruder des Besitzers der Tiere ausgibt, mit einem Facebook-Aufruf zu Wort gemeldet. Er hatte die Vermutung geäußert, dass unbekannte Täter die beiden Esel zu der Zugstrecke und in den Tunnel getrieben hätten. Dabei sei einer der Esel von dem Zug erfasst und getötet worden. Der zweite Esel habe den Vorfall körperlich unverletzt überlebt, allerdings seien an seinem Verhalten seelische Schäden festzustellen.

Dem Facebook-Post zufolge veranstaltet der Besitzer der beiden Esel jedes Jahr die Aktion Eselreiten am Tor zur Wahner Heide. Mit seinen Eseln sei der Mann auch eingebunden in das Naturschutzprojekt der Wahner Heide. Demnach werden die Tiere einen Tag vor der Aktion auf eine geschützte Weide zum Gut Leidenhausen gebracht, das in der Nähe der Bahntrasse liegt. So sei es auch am Sonntag geschehen. Wie der Bruder des Eselbesitzers vermutet, hätten Unbekannte den Trafo am Elektrozaun gelöst und den Zaun geöffnet. In dem Facebook-Post bat der Verfasser seine Facebook-Freunde um Mithilfe an der Aufklärung der Tat. Die Esel würden sich nicht von selbst einer Zugstrecke nähern, weil der Schotter und die Geräusche der Züge sie davon abhalten würden. Sie seien sensible und intelligente Tiere.

 

Der Bahnabschnitt war nach dem Unfall gesperrt worden und wurde nach Angaben der Polizei um 23.44 Uhr wieder freigegeben. Die Polizei bittet Zeugen des Vorfalls, sich unter 0800-6888000 zu melden.