Morschenich

Polizei räumt besetztes Haus am Tagebau Hambach

Der Tagebau Hambach schiebt sich immer näher an den Hambacher Forst heran.

Der Tagebau Hambach.

23.04.2019 MERZENICH. Die Polizei hat am Dienstag im verlassenen Tagebaudorf Morschenich ein besetztes Hauses geräumt und ist dabei laut eigenen Angaben teils auf Widerstand gestoßen.

Der Energiekonzern RWE hatte als Eigentümer des Zweifamilienhauses am Tagebau Hambach nach Polizeiangaben Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Die Hausbesetzer seien der Aufforderung durch die Polizei nicht nachgekommen, das Haus zu verlassen, teilten die Beamten mit.

„Insgesamt wurden bis dato 18 Personen in Gewahrsam bzw. vorläufig festgenommen“, hieß es von der Polizei am Abend. Eine Polizistin sei leicht verletzt worden. Ermittlungen wegen mehrfachen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und wegen Hausfriedensbruchs seien aufgenommen worden. Das Haus sei geräumt und gesichert worden.

Es sei naheliegend, dass die Besetzer zu den Aktivisten rund um den Hambacher Forst gehörten, hatte eine Polizeisprecherin vor der Räumung gesagt.

Fünf Menschen hätten sich im Gebäude versteckt, elf seien auf das Dach geklettert. Zehn von ihnen wurden laut Polizei mit Hilfe eines Hubwagens von dem Dach geholt, eine Person sei einen Baum herunter geklettert. Einige der Besetzter hätten sich gewährt. Vier Menschen seien zudem widerrechtlich im Garten des Hauses gewesen.

Während der Räumung habe es zwei spontane Demonstrationen in Morschenich gegeben. Bei einer Sitzblockade hätten Demonstranten weggetragen werden müssen, zwei hätten Widerstand geleistet.

Auf der Internetseite der Waldbesetzer „Hambi bleibt“ hieß es in einem Text, ein Haus und ein Baum seien besetzt worden. Es sei nicht akzeptabel, dass ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum herrsche und RWE Häuser und Gärten zerstöre. Morschenich soll dem Braunkohletagebau Hambach weichen. (dpa)