Nach Überfall auf Geldtransporter

Polizei fahndet mit Fotos nach Geldtransport-Raub in Godorf

Köln-Godorf. Auf dem Ikea-Parkplatz in Godorf wurde Ende März ein Geldtransporter überfallen. Die Polizei sucht nun mit Material aus einer Überwachungskamera nach den Tätern.

Nach einem Überfall am Samstag, den 24. März, auf einen Geldtransporter in Köln sind die beiden Täter weiterhin auf der Flucht. Mit Fotos und Videos aus einer Überwachungskamera suchen die Ermittler der Kriminalpolizei nun nach den Verdächtigen.

Bei dem Überfall hatten die unbekannten Täter den Fahrer eines Geldtransporters bedroht und ausgeraubt. Der Fluchtwagen der Männer hatte kurze Zeit später im Stadtteil Immendorf gebrannt. Die Staatsanwaltschaft Köln hat eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro für Hinweise ausgesprochen, die zu den Tätern führen.

Nach einer Plakataktion im Gewerbegebiet in Köln-Godorf und in Immendorf erhofft sich die Polizei Köln weitere Hinweise auf die Identität des Räubers und seines Komplizen.

Mit diesem Fahndungsfoto erhofft sich die Polizei Hinweise auf die Täter.

Mit diesem Fahndungsfoto erhofft sich die Polizei Hinweise auf die Täter.

Auch ein Video, das einen Tatverdächtigen zeigen soll, hat die Polizei veröffentlicht.

Keine Hinweise auf Zusammenhang mit Ex-RAF-Trio

Wie die Polizei in Köln auf Anfrage mitteilte, prüfe man derzeit, ob es einen Zusammenhang zu anderen Fällen gibt, zum Beispiel auch zu solchen 2015 in Köln-Rodenkirchen.

Der Überfall auf einen Geldtransporter bei Ikea in Köln Ende März geht aber wohl nicht auf das Konto der drei untergetauchten Ex-RAF-Terroristen. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen gebe es keine Hinweise darauf, dass der Überfall in Köln mit dem Ex-RAF-Trio in Zusammenhang stehe, teilte das Landeskriminalamt Niedersachsen am Mittwoch mit. Zwei Unbekannte hatten am 24. März auf dem Ikea-Parkplatz in Köln-Godorf einen Geldboten mit einer Waffe bedroht und ausgeraubt. Danach entkamen sie mit einem Auto, das später brennend auf einem Feld in der Nähe gefunden wurde. Zur Höhe der Beute gab es keine Angaben.

Das LKA in Hannover ermittelt federführend gegen die ehemaligen RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub (63), Burkhard Garweg (49) und Daniela Klette (59), die wegen einer Serie von Raubüberfällen in Norddeutschland gesucht werden. Weil diese oft nach einem ähnlichen Schema wie der Kölner Überfall abliefen, hatten die Fahnder in Niedersachsen und NRW einen möglichen Zusammenhang geprüft.

Laut dem Westfalen-Blatt ermittelte das LKA federführend gegen die drei Ex-Terroristen Staub, Garweg und Klette. Sie sollen zwischen 2011 und 2016 Geldboten in Celle, Stade, Elmshorn, Osnabrück, Northeim und Hildesheim ausgeraubt und etwa 380.000 Euro erbeutet haben. In drei Fällen kauften sie die Fluchtwagen in Ostwestfalen. Zu ihrem Verhaltensmuster nach den Taten gehörte es, die Fluchtwagen anzuzünden, was auch die Täter in Köln taten. Für Hinweise zur Ergreifung der drei Gesuchten sind 80.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Brennendes Fluchtauto an der Godorfer Straße

In Köln hatten am Samstagmorgen zwei Männer gegen 8.45 Uhr auf dem Parkplatz von Ikea in Godorf einen Geldtransporter überfallen. Ein Geldbote war gerade aus seinem Geldtransporter gestiegen, als plötzlich neben ihm ein Mann auftauchte, ihn mit einer Pistole bedrohte und Geld forderte. Der 60-Jährige händigte ihm schließlich eine bisher nicht bekannte Geldsumme aus. Der zweite Täter wartete mit laufendem Motor in einem BMW. Das Duo entkam mit der Beute.

Wenig später entdeckten Zeugen das brennende Fluchtauto auf einem Feld gegenüber der Immendorfer Grundschule an der Godorfer Straße und damit ganz in der Nähe des Überfallortes. Sie gaben gegenüber den alarmierten Polizisten an, dass zwei Männer von dem Wagen zu Fuß in Richtung Stormstraße davongelaufen seien. Schnell stellte sich heraus, dass es sich bei dem brennenden BMW um das Fluchtfahrzeug der Räuber handelte. An dem Wagen waren gestohlene Kennzeichen angebracht. Die Täter sollen Zeugenaussagen zufolge zu Fuß geflüchtet sein.

Die Kölner Polizei fahndet seither nach den Tätern. Zur Höhe der erbeuteten Geldsumme machte der Sprecher keine Angaben. "Es ist noch unklar, ob Geld in das Möbelgeschäft gebracht oder die Einnahmen von Vortag abgeholt wurden", sagte ein Polizeisprecher. Bis in den Nachmittag hinein wurden die Zeugen von Beamten einer eigens gegründeten Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei vernommen und der Tatort untersucht.

Experten der Spurensicherung inspizierten zudem den ausgebrannten BMW. Die Zeugen beschrieben die Flüchtenden als etwa 1,70 Meter groß. Einer der beiden soll kräftig sein. Er war bekleidet mit einer grauen Mütze, einer braunen Jacke und einer Jeans.

Die Polizei Köln sucht nun weitere Zeugen und fragt: Wer hat den Raubüberfall auf dem Gelände des Möbelhauses gesehen? Wer kann Angaben zu den flüchtigen Männern machen? Wer hat verdächtige Beobachtungen am Brandort des Fluchtwagens gemacht? Hinweise nimmt die Ermittlungsgruppe unter der Rufnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen.