Bananenmilch und Rock'n Roll

Milchbar aus Brühl zieht ins LVR-Freilichtmuseum nach Kommern

Brühl/Mechernich-Kommern. Schweres Gerät fährt in der Nacht zum 25. August an der Carl-Schurz-Straße in Brühl auf. Der Grund: Die legendäre Milchbar kommt ins LVR-Freilichtmuseum Kommern - verpackt ein einem Paket und auf dem Tieflader.

In der Nacht zum 25. August werden an der Carl-Schurz-Straße in Brühl schwere Geräte aufgefahren. Ab 21 Uhr wird in der für den Autoverkehr gesperrten Straße ein Schwerlastkran aufgebaut, denn die legendäre Milchbar kommt ins LVR-Freilichtmuseum Kommern – auf dem Tieflader.

Hierzu werden die Wände samt Fußboden und Decke so verpackt, dass sie in einem Paket ins Freilichtmuseum transportiert werden können. Voraussichtlich gegen 1 Uhr in der Nacht wird das Gebäudepaket der Milchbar angehoben und verladen. Noch in der gleichen Nacht wird der Tieflader mit der verpackten Milchbar in Richtung LVR-Freilichtmuseum nach Kommern starten. Am nächsten Morgen wird dann das Gebäude an seinem neuen Standort im Museum auf die vorbereiteten Fundamente aufgesetzt.

Anfang 1955 wurde die legendäre Milchbar in Brühl errichtet. Bereits im Sommer desselben Jahres wurde sie auch eröffnet. In Amerika war diese Lokalform bereits weit verbreitet. Auch in Köln gab es Anfang der 50er Jahre schon mehrere solcher Lokale, die auch zum direkten Vorbild für die Brühler Milchbar wurden.

Integrierter Kiosk

Dort wurde neben normaler Milch auch Mokka-, Erdbeer- und Bananenmilch verkauft. Daneben gab es auch Joghurt und verschiedene Eissorten. Eine Musikbox aus den Anfangsjahren lieferte die passende Musik der Rock'n Roll-Zeit.

In einem integrierten Kiosk wurden Zigaretten, Schokolade, Bier, Bonbons und viele andere Kleinigkeiten, insbesondere „chewing gum“ (Kaugummi), angeboten.

Im Laufe der 60er Jahre änderte sich die Angebotspalette und auch die Kundschaft in der Milchbar. Der Milchverkauf wurde eingestellt. Die Bar wurde zur Kneipe und schon bald zum Zentrum der Brühler Rockerbewegung. Überall standen die schweren Motorräder um die Milchbar herum, sehr zum Ärger der Anwohner.

Im LVR-Freilichtmuseum Kommern werden nach der Wiedererrichtung der Milchbar diese beiden prägenden Phasen im gewollten Spannungsfeld nebeneinander thematisiert.