Robodonien-Treffen

Künstler treffen sich bei Roboter-Festival in Köln

Köln hat das zehnte Robodonien-Kunst-Festival in Ehrenfeld gefeiert.

Köln hat das zehnte Robodonien-Kunst-Festival in Ehrenfeld gefeiert.

Köln. Zum zehnten Robodonien-Festival haben sich Künstler am Wochenende in Köln getroffen. Das Roboter-Treffen hat sich als die kreative Heimat für ausgefallene Automaten, Androiden und Maschinenwesen gemacht.

Die Maschinen erwachen zum Leben und übernehmen das Kommando: Zum zehnten Robodonien-Kunst-Festival trafen sich am Wochenende internationale Künstler in der Kölner Kultschmiede Odonien. Das Roboter-Treffen der Superlative hat sich mit Robotik, Mechanik, Pyro und Krach international einen Namen gemacht als die kreative Heimat für ausgefallene Automaten, Androiden und Maschinenwesen.

Zum Beispiel Kolja Kuglers metallener Music-Act „The One Love Machine Band“. Am Sonntagnachmittag übernimmt der Berliner Künstler mit seinen sonderbaren Musikern die Hauptbühne: eine pneumatisch betriebene, dreiköpfige Roboter-Band mit Flöten-Vögelchen und echten Instrumenten. „Ein Haufen Schrott in einer neuen Ordnung“, erklärt Kugler seine Idee. „Alles auf der Bühne funktioniert mit Luftdruck.“ Für die Vogel-Background-Zwitscherer habe er zwei alte Mercedes-Autos zerlegen müssen, sagt der Bandleader, bevor seine Band so richtig loslegt. Das erinnert an eine Musikgruppe aus dem Science-Fiction-Epos Star Wars – irgendwo weit, weit in einer fernen Galaxis.

Futuristisch geht es im Robodonien des Jahres 2018 zu: Der Walking Act Foolpool schickt seine Maschinengiraffen aus Fahrrad-Teilen durch die Menge der Besucher. Währenddessen bewegen sich Giles Walkers voll-animierte Roboter aus Industrieschrott und CCTV-Kameras auf einer kleinen Bühne im Schuppen anmutig zur Musik. Die britischen „Pole-dancing Robots“ sind ein künstlerischer Kommentar zur Allgegenwart Technik-basierter Überwachung im öffentlichen Raum – und passen als mechanisches Kontrastprogramm zum benachbarten Nachtclub Pascha irgendwie ganz gut in diese Gegend.

Die Gegenwelt Robodonien wird beherrscht von mechanischen Drachen, die echtes Feuer spucken. Von treuen Robotor-Pferden und von Aliens, die für ihr Kind ein hübsches Spielzimmer eingerichtet haben. Der Bonner Willi Reiche zeigt einige mechanische Installationen aus seiner Kunstmaschinenhalle. Und draußen, zwischen den Hütten mit merkwürdiger Maschinenkunst, treffen sich bastelwillige Kinder und entwerfen ihre eigenen Roboter. Am sonntäglichen Familientag haben die Kinder freien Eintritt. Glück haben deshalb diejenigen Familien, die früh da sind. Denn am Nachmittag wird die Einlass-Schlange immer länger.