Karneval im Rheinland

Kölner wollen Düsseldorf entern

In den Stadtfarben „Rut und Wiess“ sollen die Kölner Jecken zum „Rosensonntagszug“ am 13. März in Düsseldorf erscheinen.

In den Stadtfarben „Rut und Wiess“ sollen die Kölner Jecken zum „Rosensonntagszug“ am 13. März in Düsseldorf erscheinen.

15.02.2016 Köln/Düsseldorf. Ein Kölner ruft mit einer Facebook-Gruppe zum Besuch des "Rosensonntagszugs" in Düsseldorf auf. Die Einladung stößt auf große Resonanz.

„Mer kumme och bei Üch vörbei. Pirate – wild un frei. Dreimol Kölle Ahoi. Rette sich wä kann, mer lääje aan“, diesen Hit der kölschen Rock-Band Kasalla könnten die Kölner Karnevalisten nun wahr machen und den Düsseldorfer Ersatz-Rosenmontagszug am 13. März „entern“. Dazu rief Denis Welter, Mitglied der Flittarder Karnevalsgesellschaft (KG), in den sozialen Medien auf. Den traditionellen Rosenmontagszug in Düsseldorf hatte das Comitee Düsseldorfer Carneval am Morgen des geplanten Umzugs aufgrund der Unwetterwarnungen um Sturmtief Ruzica absagen müssen.

Was zunächst als Einladung für Freunde und Bekannte geplant war, entwickelte sich bei Facebook schnell zu einem viralen Ereignis. Mittlerweile haben mehr als 3400 Jecke ihre Teilnahme zugesagt – rund 13 000 Nutzer haben bis Montagabend ihr Interesse an der Veranstaltung bekundet. Mit dieser enormen Resonanz hatte Welter nicht gerechnet. „Das ist faszinierend und überwältigend zugleich, was in den letzten 60 Stunden passiert ist“, so der Initiator. Die Facebook-Gruppe „Rosenmontagszug Düsseldorf: Mir kumme mit allemann vorbei“ hatte der Blogger am Freitagabend um 20.32 Uhr gegründet. „Anfangs war ich von 200 bis 300 Personen ausgegangen“, erklärte der Kölner überrascht.

Zur Erkennung sollen die Teilnehmer in den kölschen Farben „Rut un Wiess“ oder in den Ornaten der Karnevalsgesellschaften erscheinen. Diese Kostümierung könnte sogar zur Verbrüderung  beitragen, erstrahlt doch auch die Düsseldorfer Stadtflagge in rot-weiß. Aufgrund der großen Interessentengruppe steht Welter nun in Verhandlungen mit dem Comitee Düsseldorfer Carneval, erarbeitet ein Sicherheitskonzept und berät über einen Sammelplatz für die Kölner Besucher. Unter den bisherigen Zusagen sind auch bereits prominente Gäste. Neben Welters eigenem Verein, der Flittarder KG, haben sich unter anderem die Band „Kühl un de Gäng“, Björn Heuser, Lukas Wachten, das Rheinische Tanzcorps „Echte Fründe“, die KG UHU aus Köln-Dellbrück und die „StattGarde Colonia Ahoj“ angekündigt. Auch das ehemalige Dreigestirn aus der Session 2015 möchte aus der Domstadt anreisen, um „den Düsseldorfern zu zeigen wie Karneval richtig funktioniert“ – wie es in der Facebook-Gruppe heißt.

Auf die „Übernahme“ ihres Karnevalszuges reagierten die Düsseldorfer positiv. Der Geschäftsführer des Comitees Düsseldorfer Carneval, Hans-Jürgen Tüllmann, sagte gegenüber dem WDR: „Das ist super, wir freuen uns. Und die Kölner können dann endlich mal einen guten Zug sehen.“ Auch die Düsseldorfer Polizei sieht in dem zusätzlichen Besuch kein Sicherheitsrisiko: „Zu dem Zug darf jeder kommen. Es ist doch schön, wenn Kölner nach Düsseldorf kommen“, so Susanna Heusgen, Pressesprecherin der Polizei Düsseldorf. Das Festkomitee Kölner Karneval distanzierte sich hingegen von der Initiative und bezeichnete den Ansatz als „befremdlich“.

Nicht bei allen Facebook-Nutzern stieß der Aufruf jedoch auf Zustimmung. So schrieb ein Nutzer: „Karneval ist vorbei, alles Spinner“ oder „In der Fastenzeit? Finde ich nicht ok“. Andere interessiert eher die Verpflegung mit Kölsch in der Altbier-Hochburg Düsseldorf: „Wie sieht et mitm Kölsch-Stand us?“ Eines sollten die Jecken aus Köln auf jeden Fall mitbringen: gutes Wetter. (Sabrina Bauer)