Absage an Ditib und Erdogan

Kölner OB Reker geht nicht zu Moschee-Eröffnung

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos).

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos).

26.09.2018 KÖLN. Die Eröffnung der Kölner Ditib-Moschee durch den türkischen Präsidenten Erdogan wird ohne Oberbürgermeisterin Henriette Reker stattfinden. Sie hatte nur teilnehmen wollen, wenn sie dort hätte sprechen dürfen.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) nimmt nicht an der Eröffnung der Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld durch den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan teil. „Noch drei Tage vor der Eröffnung ist der Ablauf und unter anderem die Rolle der Stadt Köln völlig ungeklärt“, erklärte Reker am Mittwoch in Köln. Sie sei enttäuscht über den Umgang der Ditib mit Vertretern der Stadtgesellschaft. „Ich bedauere es sehr, dass die Gesamtumstände des Besuches des türkischen Präsidenten dazu geführt haben, dass ich den Entschluss fassen musste, der Eröffnung der Moschee fernzubleiben.“

Reker hatte zuvor ihre Teilnahme an der Veranstaltung an die Bedingung geknüpft, dort sprechen zu dürfen. Die Politikerin betonte am Mittwoch, sie vertrete als Oberbürgermeisterin auch die Kölner muslimischen Glaubens. In den vergangenen Wochen habe sie der Ditib wiederholt ihre Dialogbereitschaft signalisiert und „geduldig eine angemessene Antwort erwartet“. Es gehe dabei nicht um sie selbst, sondern „um den Respekt vor dem höchsten Amt, das die Kölnerinnen und Kölner zu vergeben haben“. Der türkische Islamverband habe als Träger der größten Moschee Europas außerhalb der Türkei eine besondere Verantwortung zum Dialog. „Ich muss aber erkennen, dass die Ditib derzeit ihrer Verantwortung nicht gerecht wird“, erklärte Reker.

Erdogan wird von Donnerstag bis Sonntag zu einem Staatsbesuch in Deutschland erwartet. Am Freitag trifft er Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Am Samstag soll der türkische Präsident die Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld offiziell eröffnen. An der umstrittenen Veranstaltung wird voraussichtlich kein Vertreter des deutschen Staats teilnehmen: Auch Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte eine Teilnahme abgelehnt. Gegen den Erdogan-Besuch sind in Köln und Berlin mehrere Demonstrationen angekündigt. (epd)