Schuldneratlas veröffentlicht

Jeder elfte Erwachsene im Kreis ist überschuldet

Eine Verschuldung liegt laut Creditreform vor, wenn die zu leistenden Gesamtausgaben höher als die Einnahmen sind.

Eine Verschuldung liegt laut Creditreform vor, wenn die zu leistenden Gesamtausgaben höher als die Einnahmen sind.

Rhein-Sieg-Kreis. Mit konstant 8,84 Prozent liegt die Quote laut Creditreform auf eher niedrigem Niveau. Die wenigsten Schuldner weisen Wachtberg und Alfter auf, während Swisttal einen leichten Anstieg verzeichnet.

Knapp jeder elfte Bewohner des Rhein-Sieg-Kreises über 18 Jahre ist überschuldet. Das geht aus dem jüngst veröffentlichten regionalen Schuldneratlas des Unternehmens Creditreform für die Metropolregion Köln/Bonn hervor.

„Die Schuldnerquote im Rhein-Sieg-Kreis ist mit 8,84 Prozent die zweitniedrigste in der vom Schuldneratlas erfassten Metropolregion“, heißt es in den Ausführungen zu dem detailreichen Zahlen- und Kartenwerk. Nur der Kreis Ahrweiler steht mit 8,71 Prozent noch besser da. Zum Vergleich: Laut Creditreform liegt die Schuldnerquote in Köln bei 11,67 Prozent, in Bonn bei 8,87 Prozent (der GA berichtete).

Im bundesweiten Vergleich belegt der Rhein-Sieg-Kreis mit den 8,84 Prozent Platz 161 von insgesamt 401 Kreisen und kreisfreien Städten. In ihrer Untersuchung haben die Fachleute von Creditreform die Daten für den Rhein-Sieg-Kreis tiefergehend nach Postleitzahlbezirken aufgeschlüsselt. Bis auf Troisdorf – die Stadt hat drei Postleitzahlen – entspricht das jeweils einer Stadt beziehungsweise einer Gemeinde.

 Schuldneratlas Veränderungen

Die geringste Schuldnerquote im Kreis verzeichnet, wie in den beiden Vorjahren, die Gemeinde Wachtberg. Hier beläuft sie sich laut Creditreform auf 5,98 Prozent. Wenig Schuldner gebe es zudem in Alfter (6,82 Prozent) und Swisttal (7,27 Prozent), so das Unternehmen weiter. Am anderen Ende der Skala liegen Windeck mit einer Schuldnerquote von 14,71 Prozent, Troisdorf (Postleitzahlbezirk 53840) mit 12,82 Prozent sowie Eitorf mit 12,68 Prozent.

Am anderen Ende der Skala liegen Windeck, Troisdorf und Eitorf

Im Linksrheinischen verharren die Schuldnerquoten in den Städten und Gemeinden konstant auf einem niedrigen Niveau. So hat sich die Quote in Alfter von 6,8 Prozent (2013, alles gerundet) über 7,0 Prozent (2015) auf erneut 6,8 Prozent (2018) kaum verändert. In Bornheim sank sie von 7,7 Prozent (2013) über 7,5 Prozent (2015) auf 7,3 Prozent (2018). In Meckenheim ging die Quote von 7,6 Prozent (2013 und 2015) auf 7,5 Prozent in diesem Jahr zurück. Rheinbach steht aktuell bei 7,4 Prozent, 2013 lag die Quote ebenso hoch, 2015 betrug sie 7,2 Prozent. Swisttal verzeichnet hingegen einen Anstieg von 6,9 Prozent (2013), über 7,0 Prozent (2015) auf 7,3 Prozent.

Nach Angaben von Creditreform gelten Personen als überschuldet, wenn sie die Summe ihrer fälligen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht begleichen können und ihnen zur Deckung ihres Lebensunterhalts weder Vermögen noch Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Oder anders ausgedrückt: wenn die zu leistenden Gesamtausgaben höher sind als die Einnahmen. „Nicht jeder Verbraucher, der zum Beispiel für den Kauf einer Immobilie einen Kredit aufgenommen, sich also verschuldet hat, ist deshalb ein Schuldner im Sinne des vorliegenden Schuldneratlasses“, heißt es weiter.

Creditreform gibt es seit 1879. Die Unternehmensgruppe will anderen Unternehmen dabei helfen, sich vor Forderungsausfällen zu schützen. Dazu liefert Creditreform etwa Bonitätsinformationen, nicht nur zu Unternehmen, sondern auch zu Privatpersonen. Creditreform hat deutschlandweit 130 Geschäftsstellen. Der Schuldneratlas basiert nach eigenen Angaben auf Daten und Karten von Tochterunternehmen. Die für die Berechnungen notwendigen Einwohnerzahlen stammen laut Creditreform aus amtlichen Statistiken.