Kommentar zu zukunftsfähigen Kirchen

In schweren Zeiten

Zukunftstreffen für Kirche vor Ort in Witterschlick. vl. Annegret Kastorp, Martina von Andrian, Elke Friedrich und Diakon Martin Sander

Zukunftstreffen für Kirche vor Ort in Witterschlick. vl. Annegret Kastorp, Martina von Andrian, Elke Friedrich und Diakon Martin Sander

Alfter. Ostern war gerade wieder eine Zeit, zu der Gottesdienste – katholische wie evangelische – gut besucht sind. Gleiches gilt für Weihnachten. Doch selbst an diesen kirchlichen Hochfesten waren die Gotteshäuser früher voller. Die beiden großen christlichen Konfessionen haben längst nicht mehr die Anziehungskraft auf die Menschen wie etwa vor 50 oder gar 100 Jahren. Auch Alfter wird da keine Ausnahme bilden, obgleich in ländlicheren Regionen der Abwärtstrend sicher langsamer verläuft als in den großen Städten.

Nun will der Pfarrgemeinderat der Pfarreiengemeinschaft Alfter die katholische Kirche in den Ortschaften zukunftsfähig machen. Das klingt nicht nur nach einer Mammutaufgabe, sondern ist es wahrscheinlich auch. Kirchengemeinden sehen sich landauf, landab mit zwei großen Problemen konfrontiert. Zum einen sind das die weltweiten Kirchenskandale wie der Missbrauch durch Geistliche und dessen mangelhafte Aufarbeitung. Zum anderen gibt es immer weniger Menschen, die bereit sind, sich in der Kirche zu engagieren.

Darunter fallen nicht nur Ehrenamtliche. Schließlich ergreifen immer weniger Männer – und in der Evangelischen Kirche auch Frauen – den Priester- beziehungsweise Pfarrerberuf. Daher ist auch längst nicht klar, ob es einen (Vollzeit)Nachfolger für Rainald M. Ollig geben wird. Bekanntlich geht Alfters leitender Pfarrer im August in den Ruhestand. Das macht es für die Engagierten in Alfter nicht leichter. Die Katholische und die Evangelische Kirche leisten vor Ort unglaublich viel. Da sind selbstredend Gottesdienste, Trauungen, Trauerfeiern und die Seelsorge an sich. Dazu kommen soziales Engagement für Einheimische oder Flüchtlinge, kulturelle Aktivitäten, Initiativen zum Umweltschutz – religiös gesprochen: zum Erhalt der Schöpfung – oder auch Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche. Kurz: Ohne eine engagierte Kirche wäre das gesellschaftliche Leben in den Orten ärmer. Diese Botschaft gilt es erfolgreich zu vermitteln.