"So geht Rheinisch"

General-Anzeiger startet Podcast zur Sprache der Rheinländer

Rheinland. Kohldampf, knöttern, uselich: Viele Rheinländer benutzen im Alltag Sprache, wie sie nicht im Duden steht. Um diese rheinische Umgangssprache geht es im neuen GA-Podcast "So geht Rheinisch" von und mit Sprachforscher Peter Honnen.

Peter Honnen ist Rheinländer durch und durch. Er denkt Rheinisch, spricht Rheinisch. Und er erforscht die rheinische Sprache bis an die Grasnarbe. Aber das Wichtigste: Er liebt die rheinische Umgangssprache. Der renommierte Sprachwissenschaftler des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) hat kürzlich sein Opus magnum veröffentlicht. Es heißt „Wo kommt dat her?“ und ist ein umfassendes Herkunftswörterbuch der Umgangssprache an Rhein und Ruhr.

Und jetzt hat er die schweißtreibende Arbeit auf sich genommen und exklusiv für den General-Anzeiger eine Podcastreihe dazu aufgenommen. Sie firmiert unter dem Titel "So geht Rheinisch", ist bei iTunes zu finden und kann hier abonniert und heruntergeladen werden. Darin erklärt Honnen in Kapiteln von je zehn Minuten viel Wissenswertes über Herkunft, Entwicklung und Geschichte unserer Umgangssprache.

 

Dass es ausgerechnet ein Podcast geworden ist, also ein akustisches Erlebnis, das ist nur konsequent, denn das Rheinische ist eine gesprochene Sprache und vermittelt sich am direktesten über das Hören. Selbstverständlich könnte Honnen über die verschiedensten Aspekte der Umgangssprache reden, hat sich aber insbesondere den Wortschatz vorgenommen. Und zwar den, der nicht im Duden verzeichnet ist.

Ziel des Sprachforschers ist es, die oft verschmähte und verballhornte Sprache des Alltags zu rehabilitieren. „Denn die Umgangssprache ist mindestens so interessant wie das Hochdeutsche, leider hat sie ein kleines Imageproblem“, sagt Honnen. Es gelte nicht als „richtiges Deutsch“, dabei sei sie ein lebendiges Zeugnis unserer langjährigen Geschichte.

Während etliche rheinische Begriffe nie Eingang gefunden haben in die deutsche Hochsprache, ist das im Niederländischen anders. Dort haben viele Worte, die wir aus der Umgangssprache kennen, regelrecht Karriere gemacht. Im niederländischen Duden sind Worte zu finden wie: knöttern, knuffeln, laff, Pelle oder suppeln.

Die erste Folge erscheint am heutigen Freitag, 15. Februar. Danach folgen alle 14 Tage immer freitags neue Kapitel. Wir starten mit einer allgemeinen Einführung in das Thema, dann gibt es Folgen, die die keltischen und germanischen Wurzeln des Rheinischen beleuchten.

Für die römische Herkunft haben wir sogar zwei Folgen reserviert. Nennen wir es mal Römisch I. und Römisch II. Sprachforscher Honnen wird aber auch die geschichtlichen Spuren des Jiddischen und der Gaunersprache, des Französischen und des Altsächsischen aufspüren. Man darf gespannt sein.

Wie Honnen sagt, ist „Rheinisch“ ein Hilfsbegriff, um die Sprache an Rhein und Ruhr zu beschreiben. Während die richtigen, alten Dialekte nur noch in Randbereichen gesprochen werden und das reine Hochdeutsche nur in förmlichen Situationen verwendet wird, ist das, was heute beim Bäcker, auf dem Fußballplatz und bei Familienfesten gesprochen wird: rheinische Umgangssprache. Und die variiert von Ort zu Ort teils gewaltig.

Schon vor Jahren hatte Honnen und die Sprachabteilung des Landschaftsverbandes im Internet ein Mitmachwörterbuch ins Leben gerufen, wo Mundartsprecher schöne und erhaltenswerte Begriffe hinterlegen und erklären können. Und genau daraus hat Honnen für sein Buch Honig gesaugt. Und er hat die Herkunft und Geschichte sowie Vorkommensweise der Begriffe erforscht.

Es ist leichtfüßig geschrieben und sehr umfassend konzipiert. Wenn man Honnen fragt, was er denn genau mit Umgangssprache meint, dann nennt er gerne Beispielsätze: Der is vor gar nix fies; et is nur am Fisseln; mach ma nich son Heckmeck; ich glaub ich krich de Motten; haste Dir den Pips geholt; ich hab jetz den Papp auf. Sätze, wie in Stein gemeißelt. Und jeder hat sie schon mal gehört, vielleicht sogar benutzt. Und jetzt gibt es noch die fundierte Erklärung dazu.

Weitere Informationen zum GA-Podcast von Peter Honnen „So geht Rheinisch“ gibt hier.