Achterbahnverbot im Phantasialand

Gehörlosen-Bund fordert neues Sicherheitskonzept für Phantasialand

Unter anderem wurde zwei Gehörlosen die Fahrt auf der Achterbahn „Taron“ verweigert.

Unter anderem wurde zwei Gehörlosen die Fahrt auf der Achterbahn „Taron“ verweigert.

Brühl. Nach dem Achterbahnverbot für zwei gehörlose Menschen kritisiert der Interessenverband die Verantwortlichen des Freizeitparks. Diese hatten indes schon vorher auf den Vorfall reagiert.

Mit Kritik am Achterbahnverbot für Gehörlose im Brühler Phantasialand hat sich jetzt der Deutsche Gehörlosen-Bund zu Wort gemeldet. „Mit Verwunderung und Besorgnis haben wir viele Nachrichten und zwei offene Briefe zur Kenntnis genommen, dass Menschen mit Hörbehinderungen im Freizeitpark Phantasialand in Brühl bei Köln aus Sicherheitsgründen von einigen Fahrgeschäften ausgeschlossen werden“, teilt Daniel Büter, Referent für politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Gehörlosen-Bundes, mit.

Wie berichtet, hatten Mitarbeiter des Parks zwei Gehörlosen kürzlich die Fahrt unter anderem auf der Achterbahn „Taron“ verweigert. Begründet wurde dies mit Sicherheitsbestimmungen, die besagten, dass bei einem Unfall die Fahrgäste die Fluchtwege selbstständig und ohne fremde Hilfe erreichten müssten. Ebenso müssten Fahrgäste die Durchsagen im Notfall verstehen. Inzwischen hat die Parkleitung allerdings reagiert und erlaubt Gehörlosen die Fahrt auf der Achterbahn, wenn sie von einer normalhörenden Person begleitet werden.

Verband legt Vorschlagsliste für das Sicherheitskonzept vor

„Im Prinzip sollte man vorher mit den Betroffenenverbänden reden oder sie einbeziehen, bevor die Vorschriften festgelegt werden“, teilt der Gehörlosen-Bund weiter mit. Zugleich verweist er auf die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die auch zum Ziel habe, Menschen mit Behinderungen die gleichberechtigte Teilnahme an Erholungs-, Freizeit- und Sportaktivitäten zu ermöglichen.

„Unsere Empfehlung ist es, das Sicherheits- und Evakuierungskonzept zusammen mit Experten vom Landesverband der Gehörlosen Nordrhein-Westfalen überprüfen und anpassen zu lassen“, heißt es vom Gehörlosen-Bund weiter. Möglich wären seiner Ansicht nach visuelle Signale, mehrsprachige Infotafeln, Lichtblitze, Rundumleuchten oder Signallampen, eine sicher fühlbare Vibration oder eine prägnante Kurzinformation auf Displays.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund mit Sitz in Berlin versteht sich als sozialpolitische, kulturelle, berufliche und gesundheitspolitische Interessenvertretung der Gehörlosen und anderer Menschen mit Hörbehinderung in Deutschland.