Urteil in Köln

Fast acht Jahre Haft für falschen Anwalt

Symbolfoto.

13.03.2019 KÖLN. Das Kölner Landgericht hat am Mittwoch einen 36 Jahre alten Mann verurteilt. Dieser hatte sich jahrelang fälschlicherweise als Anwalt ausgegen und sich einen Vermögensvorteil von knapp 78.000 Euro ergaunert.

Das Landgericht Köln hat einen Hochstapler zu einer Gefängnisstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt. Der 36 Jahre alte Mann hatte sich jahrelang als zugelassener Rechtsanwalt und promovierter Jurist ausgegeben. Das Gericht verurteilte ihn am Mittwoch wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Urkundenfälschung, Untreue sowie Missbrauchs von Titeln und Berufsbezeichnungen. Im Urteil beschied der Vorsitzende Richter dem Angeklagten: „Ihre unverkennbar vorhandenen Talente haben Sie nicht zu legalen Zwecken nutzen können oder wollen.“

Der Angeklagte hatte sich einen Vermögensvorteil von knapp 78.000 Euro ergaunert. Unter anderem hatte er sich von Amtsgerichten als gesetzlicher Betreuer einsetzen lassen und im Namen einer psychisch kranken Mandantin Kredite aufgenommen und die Darlehenssummen in die eigene Tasche gewirtschaftet.

Aufgeflogen war der Fall unter anderem, weil er bei einer Kölner Amtsrichterin in Verfahren unter zwei verschiedenen Namen aufgetreten war. Persönlichen Bekannten gegenüber habe der 36-Jährige gar behauptet, er werde in ein Richteramt am Europäischen Gerichtshof wechseln. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stellten Ermittler unter anderem eine weinrote Richterrobe sicher, wie sie die Richter in Straßburg tragen. (dpa)