Kosten unbekannt

Erzbistum will in Köln 632 Wohnungen errichten

Kardinal Rainer Maria Woelki.

Kardinal Rainer Maria Woelki.

Köln. Angesichts der großen Wohnungsnot in Köln will das Erzbistum mit gutem Beispiel vorangehen und in den nächsten fünf bis sechs Jahren in der Domstadt 632 Wohnungen bauen.

Beim traditionellen Medienempfang sagte Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am Mittwochabend: "Die Kirche packt zu und geht voran. Wir würden uns freuen, wenn sich andere anschließen." Die Kirche habe die Pflicht, als gesellschaftliche Gruppe ihren Beitrag zu leisten. "Christen sind nicht Menschen von einem anderen Stern. Sie leben mitten in dieser Welt, krempeln schon im Hier und Jetzt die Ärmel hoch und vertrösten nicht auf das Jenseits", sagte Woelki.

Die Wohnungen sollen in elf Kölner Stadtteilen entstehen, gebaut von der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft, an der das Erzbistum größter Anteilseigner ist. Die Zahl 632, so Woelki, sei symbolisch gemeint. Für jedes Jahr der Bauzeit des Kölner Doms (1248 bis 1880) werde man eine Wohnung bauen. Mit 282 sollen die meisten im östlichen Stadtteil Holweide entstehen, 152 sind in Bilderstöckchen geplant und 78 in Chorweiler. Der Wohnraum werde durch "sensible Nachverdichtung" entstehen, betonte Woelki.

Das bedeutet nach Angaben von Projektleiter Benjamin Marx, dass auf den Wohnanlagen, die in den 50er Jahren entstanden sind, die Satteldächer abgenommen werden und ein Staffelgeschoss draufgesetzt wird. In manchen Anlagen könnten sogar zwei weitere Etagen gebaut werden. In fünf bis sechs Jahren sollen die Wohnungen stehen, sagte Marx unserer Zeitung. Was die Kirche an Geld in die Hand nimmt, um das Projekt zu stemmen, könne er aber nicht sagen. "Wir kennen ja noch keine Baukosten." Auch Vertreter des Erzbistums zeigten sich beim Thema Kosten überfragt.