Fahrplanwechsel

Die Voreifelbahn fährt abends öfter

Die Voreifelbahn fährt zwischen Bonn und Euskirchen.

Die Voreifelbahn fährt zwischen Bonn und Euskirchen.

Rhein-Sieg-Kreis. Zum Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag gibt es nur geringe Änderungen auf der S 23. Die Meckenheimer kritisieren erneut den Wegfall der Halte am Bahnhof Kottenforst unter der Woche.

Wenn am kommenden Sonntag die Fahrplanänderungen bei Bussen und Bahnen greifen, ändert sich auf der Voreifelbahn (S 23) nicht sonderlich viel.

Nach Angaben des für den Schienenpersonennahverkehr zuständigen Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR) wird auf der S 23 der tägliche Abendverkehr zwischen Bonn und Euskirchen im 30-Minuten-Takt um eine Stunde verlängert.

Weitergehend wird laut NVR auf der RB 23 zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel der abendliche Takt montags bis freitags vereinheitlicht. Dies bedeute, dass die bislang letzte Fahrt, die um 21.03 Uhr startete, bereits eine halbe Stunde früher, um 20.33 Uhr, beginnen werde, heißt es vom NVR. So bestehe zwischen allen Fahrten nach Bad Münstereifel ein einheitlicher 60-Minuten-Takt.

Eine bereits seit Sommer dieses Jahres wirksame Änderung hat nun erneut Protest hervorgerufen. Schon seit Anfang Juni hält die S 23 unter der Woche nicht mehr am zu Meckenheim gehörenden Bahnhof Kottenforst. Fortan wird die Station – wie früher – nur noch stündlich an Samstagen, Sonn- und Feiertagen angefahren – und das auch lediglich als Bedarfshalt.

Schreiben an den Zweckverband Nahverkehr Rheinland

In einem Schreiben an die Verantwortlichen, das dem General-Anzeiger vorliegt, kritisieren Anlieger des Neubaugebiets unmittelbar am Bahnhof Kottenforst den Wegfall der Stopps unter der Woche. Die dort wohnenden Schulkinder könnten die Bahn nicht mehr für den Schulweg nutzen. Seien es bislang vier Kinder gewesen, seien durch Zuzug mittlerweile sechs Kinder betroffen. Und im März werde eine weitere Familie mit Kind in das Neubaugebiet ziehen. Fahrgemeinschaften für den Schulweg zu bilden, sei aufgrund verschiedener Schulen und Stundenpläne nicht möglich, ist in dem Schreiben zu lesen. Zudem hätten die Anwohner die Bahn auch für andere Fahrten genutzt.

Wie NVR-Sprecher Holger Klein dem General-Anzeiger auf Anfrage sagte, sei die testweise Ausweitung der Stopps am Bahnhof Kottenforst nach zweieinhalb Jahren Erprobungsphase zurückgenommen worden. Die politischen Gremien des NVR hätten den Test einst beschlossen. Zählungen hätten ergeben, dass durchschnittlich 1,1 Personen pro Tag am Bahnhof Kottenforst eingestiegen, 1,7 Personen wiederum ausgestiegen seien. Diese Zahlen stellten laut Klein für einen als S-Bahn klassifizierten Schienenpersonenverkehr jedoch keine ausreichende Nachfrage dar, um einen Halt zu rechtfertigen.

Zudem sei mit dem zusätzlichen Halt der vereinbarte 15-Minuten-Takt auf der S 23 in den Hauptverkehrszeiten nicht einhaltbar gewesen, unterstreicht der NVR. Zugleich wollen die Verantwortlichen beim Zweckverband die Wiederaufnahme der Stopps im Zuge der geplanten Elektrifizierung der Strecke prüfen. Wann diese kommt, ist aber noch offen.