Ehrenrunde am Flughafen Düsseldorf

Behörde untersucht spektakuläres Manöver von Air-Berlin-Pilot

Ein Flugzeug der Air Berlin.

Ein Flugzeug der Air Berlin.

Düsseldorf. Am Montag sollte zum letzten Mal eine Air-Berlin-Maschine aus den USA am Düsseldorfer Flughafen landen. Der Pilot sorgte jedoch für ein aufsehenerregendes Flugmanöver, das per Video zum Hit wurde. Jetzt untersucht das Luftfahrt-Bundesamt den Vorfall.

Der Flugbetrieb von Air Berlin wird zum 28. Oktober diesen Jahres eingestellt, zumindest unter diesem Namen. Doch am Montagmorgen startete die Airline nochmal durch - wenn auch nur mit einer Maschine. Flug AB7001 aus Miami sollte planmäßig gegen 8 Uhr in Düsseldorf landen. Doch ein aufsehenerregendes Flugmanöver führt jetzt dazu, dass der letzte Flug eine Untersuchung durch das Luftfahrt-Bundesamt nach sich zieht.

Der Airbus A330 war auf dem Rückflug des letzten Langstreckenfluges aus den USA, als der Pilot kurz vor der Landung über der Mitte der Landebahn ein etwas ungewöhnliches Flugmanöver abolvierte. Er drehte die Maschine in eine relativ scharfe Linkskurve und flog dicht über die Besucherterrasse und das Terminal C des Düsseldorfer Flughafens hinweg Richtung Unterrath. Nachdem die Maschine zunehmend an Höhe gewann und eine Schleife drehte, landete sie acht Minuten später sicher in Düsseldorf.

Video wird zum Hit

Eine Mitarbeiterin des Flughafens filmte das Manöver und berichtete der rp-online.de: "Es war ein komisches Gefühl, als der A330 auf uns zukam." Sie habe gewusst, dass am Morgen gegen 8 Uhr die letzte Landung eines Air-Berlin-Fluges aus Amerika mit einem Airbus A330 in Düsseldorf stattfinden würde. Mit einigen Kolleginnen habe sie die Landung von einem Fenster an den Gates im Terminal B beobachtet.

Es habe dann aber schnell die Runde gemacht, dass es sich bei dem Manöver nicht um einen Notfall gehandelt habe, sondern sich die Crew des Fliegers mit einer Ehrenrunde habe verabschieden wollen. Technische Probleme für das Durchstarten gab es nicht. Ein Sprecher von Air Berlin wollte der RP gegenüber jedoch nicht bestätigen, ob es sich um eine Ehrenrunde handelte. Medienberichten zufolge wird der Pilot in Kreisen der Fluggesellschaft für das Manöver gefeiert. Auch in Miami war die Maschine nicht einfach unbemerkt zum letzten Flug gestartet: dort spritzte die Feuerwehr riesige Wasserfontänen zum Abschied.

Untersuchung durch das Luftfahrt-Bundesamt

Das Flugmanöver in Düsseldorf werde jetzt vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA) untersucht, so ein Sprecher der Fluggesellschaft. „Air Berlin unterstützt das LBA vollumfänglich bei seiner Arbeit.“ Die Behörde war für eine Bestätigung zunächst nicht zu erreichen. Nach Angaben des Sprechers handelte es sich „um ein Durchstartmanöver in vorgeschriebener Höhe in Absprache mit dem Fluglotsen“. Der Grund werde nun aufgearbeitet.

Der Deutschen Flugsicherung zufolge habe der Pilot vor dem Landeanflug im Falle eines Durchstartmanövers die Richtung angefragt. Die Lotsen hätten daraufhin die Linkskurve freigegeben. In welcher Höhe der Pilot schließlich abdrehe, liege in seiner eigenen Verantwortung. Auch habe es nach Angaben von Air-Berlin keine Beschwerden der 223 Passagiere an Bord gegeben.

(mit Material von dpa)