Bombenbauer von Köln

Angeklagter in Rizin-Prozess hat Wutausbruch

Der mutmaßliche islamistische Bombenbauer betritt den Verhandlungssaal im Düsseldorfer Oberlandesgericht.

Der mutmaßliche islamistische Bombenbauer betritt den Verhandlungssaal im Düsseldorfer Oberlandesgericht.

12.07.2019 Düsseldorf/Köln. Im Prozess gegen die mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer von Köln hat der Angeklagte am Freitag vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht die Fassung verloren. Grund dafür war eine Aussage seiner Frau. Der Richter unterbrach die Verhandlung.

Im Prozess gegen die mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer von Köln hat der Angeklagte am Freitag vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht die Fassung verloren. Die mitangeklagte Ehefrau des 30 Jahre alten Tunesiers hatte ihre Verteidigerin am Freitag mitteilen lassen, dass sie die Scheidung eingereicht habe. „Ich kann nicht mehr, ich explodiere, ich will in meine Zelle oder ich mache was Blödes“, sagte der aufgebrachte Mann darauf hin und wandte sich dann an seine Ehefrau: „Glückwunsch für dich. Salam aleikum - Allah sieht alles.“ Der Richter unterbrach die Verhandlung vorübergehend.

Der Tunesier Sief Allah H. und seine 43 Jahre alte deutsche Frau Yasmin H. müssen sich wegen Anschlagsvorbereitungen mit einer Biowaffe vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten. Sie sollen im vergangenen Jahr einen biologischen Kampfstoff für einen Terroranschlag in Deutschland hergestellt haben. Beiden Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Das Paar hatte laut Anklage begonnen, hochgiftiges Rizin aus Tausenden Rizinus-Samen zu gewinnen.

Amtsarzt erklärt Angeklagten für verhandlungsfähig

Im Prozess gegen die mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer hatte der Angeklagte erstmals sein Schweigen gebrochen. Er habe psychische Probleme, erklärte der 30-Jährige am Donnerstag im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts. „Ich lebe, aber bin ein toter Lebender.“ Er könne es nicht ertragen, seine Kinder nicht zu sehen. Das Gericht möge dafür bitte eine Lösung finden. Sein Verteidiger erklärte, sein Mandant sei verhandlungsunfähig.

Der Vorsitzende Richter erwiderte, er habe nicht den Eindruck, dass der Angeklagte verhandlungsunfähig sei. Zum Verteidiger sagte er: „Schauen sie sich ihren Mandanten doch mal an, für mich macht er nicht den Eindruck, er könne hier nicht der Verhandlung folgen.“ Trotzdem unterbrach der Richter die Verhandlung. Ein Amtsarzt untersuchte den Angeklagten und erklärte ihn für verhandlungsfähig. (dpa)