Waldbröler tötete Freundin an Weihnachten

Acht Jahre Haft nach Bluttat im Oberbergischen

Die Polizei ermittelt weiter nach einem Tötungsdelikt in Reichshof-Denklingen.

Der Tatort in Reichshof-Denklingen.

Bonn/Waldbröl. Ein 24-jähriger Mann aus Waldbröl ist am Mittwoch zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann am ersten Weihnachtstag 2017 eine 39-jährige in Denklingen mit Steinen erschlagen hat. Nachbarkinder fanden die Leiche.

Nach dem grausamen Tod einer 39-jährigen Frau aus Denklingen im Oberbergischen Kreis hat das Bonner Schwurgericht am Mittwoch einen 24-Jährigen wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt. Darüber hinaus muss der alkohol- und drogenabhängige Mann während der Haftzeit in eine Entzugsklinik.

Der Angeklagte aus Waldbröl hatte in der Nacht zum ersten Weihnachtstag 2017 die zweifache Mutter vor ihrem Haus in Reichshof-Denklingen mit Tritten und Fäusten gezielt attackiert und schließlich mit Steinen erschlagen, so die Richterin bei der Urteilsbegründung. Die Leiche war am Morgen des 26. Dezember von Nachbarkindern gefunden worden. Die Hintergründe für den Tod konnte das Gericht nicht ganz aufklären, auch weil der Angeklagte sich glaubhaft auf Erinnerungslücken berufen hat.

Sicher jedenfalls scheint für das Gericht, dass er und das spätere Opfer sich drei Wochen vor der Tat kennengelernt und gemeinsam Alkohol, Cannabis und Amphetamine konsumiert hatten. Nicht auszuschließen sei, dass das spätere Opfer an diesem Abend einen Kuss von ihm wollte oder seine Nähe suchte und er im Drogenrausch panisch zugeschlagen hat. Denn, wie Zeugen berichteten, habe sie mehr als Freundschaft gesucht, er jedoch muss ihre Avancen nicht erwidert haben. Nach einem Spaziergang am Heiligabend soll es deswegen zu einem Streit gekommen sein.

Kurz nach der Bluttat war der 24-Jährige mit nacktem Oberkörper von der Polizei aufgegriffen worden. Er machte damals einen verwirrten Eindruck. Erst am zweiten Weihnachtstag kam er in den Verdacht, der Täter zu sein. In seinem letzten Wort hatte der Angeklagte, der unter dem Tod seiner Freundin leidet, im Prozess erklärt: „ Wenn ich normal gewesen wäre, hätte ich das nicht gemacht.“